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Herbststurm : Unwetterwarnung – Halligfähren fahren nicht

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Die ersten Herbststürme fegen heftig über das Land. Der Deutsche Wetterdienst gibt Unwetterwarnungen heraus: Heute kann es in Nordfriesland, Dithmarschen, Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde und Plön zu Orkanböen kommen.

Kiel | Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet mit dem ersten heftigen Herbststurm. „Damit ist die Sturmsaison nun wohl endgültig eröffnet“, sagt der Meteorologe vom Dienst, Lars Kirchhübel. Auslöser sind Tief Burkhard und Orkantief Christian. Am Sonntag überquert laut DWD-Vorhersage ein Tiefausläufer den Norden. An der Nordsee kann es zu Sturmböen aus Südwest um 75 Kilometer pro Stunde kommen (8 bis 9 Beaufort). Aber auch im übrigen Schleswig-Holstein weht es stark: Windböen um 55 km/h (Bft 7) können sich stellenweise zu Sturmböen aufpeitschen. Sonntagabend knickten in Kiel drei Bäume um – darüber hinaus hatten die Feuerwehren in Schleswig-Holstein und Hamburg bis Montagmorgen keine sturmbedingten Einsätze.

Am Montagmittag wird es dann besonders heftig, sagt der DWD voraus: An der Nordsee kann es zu Orkanböen über 140 km/h (12+ Beaufort, an der Küste des Kreises Nordfriesland) kommen. Für das nordfriesische Binnenland, Helgoland, den Kreis Dithmarschen, den Kreis Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg warnt der Wetterdienst vor Orkanböen bis 130 Stundenkilometern (12 Beaufort). Eine Warnung über Orkan mit Windgeschwindigkeit bis 110 km/h (11 Beaufort) gilt für die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde. Die Unwetterwarnungen gelten für Montag, 11 bis 20 Uhr. Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sollen die Pegel an der Westküste und im Elbegebiet am Abend um bis zu zwei Meter über dem mittleren Hochwasser liegen.

Die Deutsche Bahn teilt mit, dass der SyltShuttle ab 117 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit den Betrieb komplett einstellen wird. Die Fährgesellschaften an der Nordseeküste kündigen Änderungen der Fahrpläne an. Vier Abfahrten der Syltfähre zwischen List auf Sylt und Havneby auf der dänischen Insel Rømø fallen laut der Flensburger Förde Reederei Seetouristik am Montag aus. Betroffen sind die Passagen in der Zeit von 12.25 Uhr bis 15.25 Uhr. Am späten Nachmittag soll der Betrieb nach Möglichkeit wieder aufgenommen werden.

Auch bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) auf der Insel Föhr wird es am Nachmittag Ausfälle geben. Betroffen ist nach Angaben des Unternehmens die Hallig-Linie zwischen dem Festlandhafen Schlüttsiel und den Halligen Hooge und Langeneß. Der erste Ausfall werde die Fähre ab Langeneß um 15.15 Uhr sein. Föhr und Amrum würden aber weiter angefahren.

Der DWD empfiehlt, alle Fenster und Türen zu schließen und Gegenstände im Freien zu sichern. „Halten Sie Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen! Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien! Verlassen Sie nicht das Haus und suchen Sie sichere Räume auf! Stellen Sie Fahrzeuge nach Möglichkeit in die Garage!“, heißt es in den Sicherheitstipps der Meteorologen.

0 Beaufort - Windstille

Es ist kein Wind zu bemerken, die See ist spiegelglatt.

1 Beaufort - leiser Zug

1 Beaufort ist kaum zu bemerken. Rauch treibt leicht ab, Wasser kräuselt sich, Fahnen bleiben aber unbewegt

2 Beaufort - leichte Brise

Blätter rascheln, auf See zeigen sich kleine Wellen.

3 Beaufort - schwache Brise

Blätter und dünne Zweige bewegen sich, Wimpel werden gestreckt.

4 Beaufort - mäßige Brise

Zweige bewegen sich, loses Papier wird vom Boden gehoben.

5 Beaufort - frische Brise

Größere Zweige und Bäume bewegen sich,  der Wind deutlich hörbar.

6 Beaufort - starker Wind

Dicke Äste bewegen sich, hörbares Pfeifen an Drahtseilen.

7 Beaufort - steifer Wind

Bäume schwanken beim beim Gehen merkt man den Widerstand gegen den Wind.

8 Beaufort - stürmischer Wind

Schon bei Windstärke 8 kann es im Wald gefährlich werden: Zweige brechen von Bäumen, große Bäume durchgeschüttelt. Auf See kommt es zu hohen Wellenbergen.

9 Beaufort - Sturm

Äste brechen und es entstehen oft kleinere Schäden an Häusern: Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht. Windstärke 9 macht sich auf See mit hohen Wellen und Gischt bemerkbar.

10 Beaufort - schwerer Sturm

Schon ein schwerer Sturm von Stärke 10 kann hohe Schäden verursachen: Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen. An Häusern können größere Schäden entstehen. Was nicht fest ist, kann vom Sturm erfasst werden: Häufig werden Gartenmöbel weggeweht. Auf See kommt es zu Brechern.

11 Beaufort - orkanartiger Sturm

Heftige Böen können  schwere Sturmschäden verursachen. In Wäldern können Bäume gefällt werden. In schlimmen Fällen werden Dächer abgedeckt und selbst dicke Mauern werden beschädigt. Vorsicht auch im Straßenverkehr: Autos werden aus der Spur geworfen -  Gehen wird nahezu unmöglich gemacht. Stärke 11 kommt fast nur an den Küsten und auf See vor, selten im Landesinneren. Sehr hohe Wellen erschweren die Seefahrt.

12 Beaufort - Orkan

An Land können durch Orkane schwerste Sturmschäden und Verwüstungen entstehen. Sie  sind  aber sehr selten im Landesinneren. Stärke 12 sorgt auf dem Meer für außergewöhnlich schwere See - die Sicht ist durch Gischt nahezu unmöglich.

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erstellt am 27.Okt.2013 | 14:26 Uhr

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