Tief Zoran : Unwetter im Norden – ein Toter in Hamburg

Ein Auto am Hamburger Fischmarkt wurde von einem Vordach getroffen.
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Ein Auto am Hamburger Fischmarkt wurde von einem Vordach getroffen.

Heftige Gewitter über Norddeutschland: In Hamburg ist ein Mann ums Leben gekommen, als ein Vordach am Fischmarkt einstürzte.

shz.de von
05. Mai 2015, 19:35 Uhr

Hamburg | Bei einem schweren Unwetter ist ein 26-Jähriger am Hamburger Fischmarkt durch ein einstürzendes Vordach getötet worden. Die Teile seien am Dienstagnachmittag auf sein Auto gefallen und hätten den Mann eingeklemmt, sagte ein Polizeisprecher. Die schwangere Lebensgefährtin des Opfers, die ebenfalls im Wagen saß, kam verletzt in ein Krankenhaus.

Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer pro Stunde und Starkregen ließen in der Hansestadt Bäume und Äste auf Straßen und Autos stürzen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Dabei seien drei weitere Menschen in ihren Wagen eingeklemmt worden. Besonders im Nordosten Hamburgs behinderten Böen und heftiger Regen den Verkehr. Eine S-Bahn-Linie konnte etwa eine Stunde lang nicht fahren, weil ein Baum auf die Gleise gestürzt war.

Die Feuerwehr war wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz. Innerhalb kurzer Zeit gingen rund 300 Notrufe ein. Auch  der Sprecher der Hamburger Feuerwehr konnte seinen Lagedienst mehr als eine Stunde nicht erreichen.

Die Zugstrecke zwischen Hamburg und Lübeck war vorübergehend in beide Richtungen gesperrt - ein Baum war auf die Bahngleise gefallen. Die Fahrgäste wurden mit Bussen weitertransportiert. Ein ICE musste auf dem Weg zwischen Hamburg und Dortmund auf Gütergleise umgeleitet werden, weil ein Baum auf eine Oberleitung gekippt war.

Wegen des Unwetters war nur ein eingeschränkter Betrieb der Buslinien in Hamburg möglich. Eine Haltestelle in Wandsbek wurde unterspült und konnte zwischenzeitlich nicht angefahren werden. Aufgrund umgestürzter Bäume wurde zudem auf der Linie U1 zwischen Berne und Ohlstedt in beiden Richtungen ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Gewitter und Starkregen machten in Hamburg dem Verkehr zu schaffen.
dpa
Gewitter und Starkregen machten in Hamburg dem Verkehr zu schaffen.

Am Burchardkai im Containerhafen in Hamburg-Waltershof rissen sich durch den heftigen Sturm fünf Containerschiffe los. Sie trieben aufeinander zu und berührten sich, sagte der Polizeisprecher. Dabei sei Schaden in unbekannter Höhe entstanden. Schlepper mussten die Schiffe zurück an die Kaianlagen bugsieren.

Der Flugverkehr auf dem Airport Hamburg-Fuhlsbüttel wurde von dem kurzen, aber heftigen Unwetter nicht beeinträchtigt. Es lägen keine Meldungen über Störungen vor, sagte eine Flughafensprecherin. 

In Schleswig-Holstein verzeichneten die Einsatzkräfte zunächst keine größeren Zwischenfälle. Nach Angaben der Feuerwehr waren Keller überflutet, einzelne Verkehrsschilder flogen durch die Luft. Auch bei der Polizei in Lübeck gingen zahlreiche Notrufe ein. Es handele sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume, sagte ein Sprecher. Bei der Polizei in Lübeck gingen innerhalb kurzer Zeit rund 40 Notrufe ein. Es handele sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume, sagte ein Sprecher. Weitere Angaben zum Ausmaß der Schäden konnte er zunächst nicht machen. In Großhansdorf  (Kreis Stormarn) wurde das Ehrenmal von einem umfallenden Baum beschädigt.

Zahlreiche Bäume stürzten rund um das Ehrenmal in Großhansdorf um.
Wüst
Zahlreiche Bäume stürzten rund um das Ehrenmal in Großhansdorf um.

In Stapelfeld (Stormarn) krachte ein großer Baum auf das Haus einer Familie.  Verletzt wurde niemand.

In Stapelfeld (Stormarn) krachte ein großer Baum auf das Haus einer Familie.
Wüst
In Stapelfeld (Stormarn) krachte ein großer Baum auf das Haus einer Familie.
 

Das Wetter bleibt auch am Donnerstag wechselhaft, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus. „Am Mittwoch ist es zunächst freundlich“, heißt es in der aktuellen Prognose. „Im Tagesverlauf bilden sich vermehrt Quellwolken und es treten Schauer, örtlich auch kurze Gewitter auf.“

Es bleibt wechselhaft, sagt der DWD voraus.
dpa
Es bleibt wechselhaft, sagt der DWD voraus.
 
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