zur Navigation springen

Unternehmen sind gefordert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 12:16 Uhr

Warten bringt nichts: Wenn Betriebe in Schleswig-Holstein hoffen, dass sie Auszubildende finden, die mit 17 Jahren zwei Bildungsabschlüsse haben, drei Sprachen sprechen und über Computer-Kenntnisse wie Bill Gates verfügen, werden sie kaum Nachwuchs finden – und so langfristig Aufträge verlieren. Viele Azubis mögen nicht ins Anforderungsprofil mancher Unternehmer passen, aber die sollten auch mal wieder etwas mehr wagen – das gehört für Freiberufler schließlich zum guten Ton. Und dazu gehört auch, mal denjenigen eine Chance zu geben, die keine guten Startchancen haben.

Denn der Markt gibt bald nicht mehr viel anderes her. Die guten Schulabgänger können sich mittlerweile aussuchen, wo und bei wem sie eine Lehrstelle annehmen. Und da mögen sich Ausbildungsbetriebe, die nicht erste Wahl sind, darüber mokieren, dass die jungen Leute nicht die richtigen Voraussetzungen für eine Ausbildung mitbringen – aber das ist das Potenzial mit dem sie arbeiten müssen.

Doch viele Firmenchefs in Schleswig-Holstein schrecken offenbar davor zurück, weil sie vielleicht einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Denn, na klar, brauchen Azubis, die schlechtere Ausgangsbedingungen haben, mehr Förderung und Zuwendung als solche mit guten Bildungsabschlüssen. Doch das Unternehmen, das sie trotzdem einstellt, wird belohnt werden: kurzfristig durch Zuschüsse von der Arbeitsagentur und langfristig durch besonders dankbare und loyale Mitarbeiter, die die Qualifikation bekommen, die ein Unternehmer braucht. Und noch dazu leisten die – so pathetisch wie das klingt – einen Dienst an der Gesellschaft. Wer wagt gewinnt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert