zur Navigation springen

Lehrerausbildung : Uni Flensburg will Aussöhnung mit Kiel

vom

Im Gerangel um den neuen „Einheitslehrer“ stellt der Flensburger Uni-Präsident Werner Reinhart klar: Seine Uni hat nicht am Gesetzentwurf mitgeschrieben. Es bleibe bei mindestens 13 Studienfächern auf Sekundar-II-Niveau.

von
erstellt am 07.Apr.2014 | 16:11 Uhr

Flensburg | Tauwetter in der Eiszeit zwischen den Unis Kiel und Flensburg? Die Hochschulen stehen nach dem Gesetz zum neuen „Einheitslehrer“ im direkten Konkurrenzkampf miteinander. Jetzt weist die Universität Flensburg Vorwürfe der Kieler Uni zurück, Repräsentanten aus Flensburg hätten an den neuen Plänen der Politik „mitgeschrieben“. „Die Ankündigung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, jede Kooperation mit der Universität Flensburg vorerst auf Eis zu legen, basiert auf dieser Fehlannahme“, sagt der Flensburger Uni-Präsident Werner Reinhart. „Das lässt uns hoffen, dass die Kieler Universität ihre Entscheidung bald korrigiert.“ Der Präsident der Christian-Albrechts-Universität Gerhard Fouquet hatte die Zahl von 13 Fächern für Flensburg in der vergangenen Woche als „Versuch, die Existenzfähigkeit unserer Volluniversität auszuhöhlen“, bewertet.

Die Flensburger Uni hält aber weiterhin an ihrem aus Kiel kritisierten Plan fest, künftig 13 Studienfächer auf dem Niveau der Sekundarstufe II (Klasse elf bis 13) anzubieten. Lediglich sechs Fächer werden ausschließlich für künftige Grundschullehrer unterrichtet. Nur so könne die Uni hinreichend viele Fächerkombinationen anbieten. „Weniger als 13 Fächer dürfen es nicht werden“, sagte Reinhart mit Nachdruck. In Kiel werde kein einziges Fach eingeschränkt, betont er. „Ich sehe nicht, dass wir die CAU zum Ausbluten bringen.“ Bislang bildete die Flensburger Uni in 20 Fächern für das Lehramt in Sekundarstufe I aus.

Kritiker befürchten, dass sich das Land zwei gleichwertige Standorte für die Lehrerausbildung nicht leisten könne. So ist in Flensburg bislang keine ausreichende Ausstattung für die kostenintensiven Naturwissenschaften gegeben. Es fehlt an entsprechenden Laborräumen, Professoren und Laborassistenten. Doch die Pläne der Uni sehen bislang vor, auch Lehrer in Physik und Chemie für die Sekundarstufe II auszubilden.  Zunächst rechnet die Uni dafür mit Mehrkosten von 400.000 Euro. Bis 2017 sollen 380.000 Euro und bis 2019 noch einmal mehr als 500.000 Euro hinzukommen. Zusätzliche 1,2 Millionen Euro müssten in neue Laborräume investiert werden. „Wir haben ja bereits Räume für Physik und Chemie“, sagt Reinhart. „Außerdem besteht die Möglichkeit, mit der Fachhochschule zu kooperieren.“

Der Gesetzentwurf zum neuen Lehramtsstudium in Schleswig-Holstein wird in der kommenden Landtagssitzung beraten. Das Gesetz soll im August in Kraft treten. Zum Wintersemester 2014/15 soll die Studienreform starten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen