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Ungültig: Wahl auf Zetteln von 2008

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erstellt am 29.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Stedesand | 179 Wahlberechtigte im nordfriesischen Stedesand haben ihre Kreuze auf ungültigen Kreiswahl-Stimmzetteln gemacht. Auf bislang unbekannten Wegen hatten Exemplare der Kommunalwahl im Jahr 2008 auf den Stapel im Wahllokal "Knopp" geschafft.

Bemerkt hatte den Fehler der 81-jährige Harro Muus, selbst FDP-Kandidat im Nachbarort Leck. Ihm kamen die Kandidaten seltsam vor. Mit den Worten "So geiht dat nich" informierte Harro Muus um 11.30 Uhr die Helfer im Wahllokal - außer ihm hatten bis dahin noch 178 weitere Bürger einen alten Wahlzettel von 2008 ausgefüllt. Das ist knapp die Hälfte der abgegebenen Stimmen.

Amtsdirektor Otto Wilke hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet - der Tatbestand lautet Wahlfälschung. Misstrauen in der Verwaltung und beim achtköpfigen Wahlvorstand der 900-Seelen-Gemeinde sind nun die unrühmliche Konsequenz, mit der alle bis zur Aufklärung des Falles leben müssen. Alte Kreiswahlunterlagen von vor fünf Jahren werden im Amtshaus als "Schmierpapier" verwendet. Wie die Papiere schließlich unter die Original-Wahlzettel gemischt wurden, ist unklar: Stedesands Bürgermeister Christian Steensen hatte den verschweißten Kasten mit den Unterlagen als zuständiger Wahlleiter Freitagabend erhalten und bis Sonntagmorgen zu Hause aufbewahrt. Ob die Wahl in Stedesand wiederholt werden muss, ist noch unklar: Das zu prüfen ist Aufgabe des Wahlprüfungs-Ausschusses, der am Freitag zusammengestellt wird.

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