Ungefragte Empfehlung wettbewerbswidrig

Avatar_shz von
02. Februar 2013, 01:14 Uhr

Schleswig | Empfiehlt ein Arzt einem Patienten ungefragt einen Hörgeräteakustiker in Praxisnähe, handelt er wettbewerbswidrig. Dies entschied das schleswig-holsteinische Oberlandesgericht in einem gestern veröffentlichten Urteil. Einem Testpatienten seien von einem Hals-Nasen-Ohren-Arztes Hörgeräte verordnet und dazu zwei Hörgeräteakustiker empfohlen worden. Beide waren in der Gemeinde ansässig, der Patient kam aus Lübeck. Der Patient habe nicht um die Empfehlung gebeten, sondern sei vom Arzt und dessen Mitarbeiterin gefragt worden, ob er einen Akustiker habe. Da der Arzt von sich aus ohne hinreichenden Grund tätig wurde, habe er gegen die Berufsordnung der Ärztekammer Schleswig-Holstein verstoßen. Der Arzt habe nicht alle infrage kommenden Akustiker genannt. Falls aus Gründen der Qualität und schlechter Erfahrungen von Patienten nur einige Betriebe genannt würden, müssten alle anderen in Betracht kommenden Anbieter schlechter sein, damit die Empfehlung gerechtfertigt sei, hieß es in dem Urteil. Az. 6 U 16/11

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen