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Logos : Tops oder Flops: Städte und ihre Markenzeichen

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Rendsburg sucht ein neues Logo. Drei Entwürfe stehen zur Diskussion, Bürger kritisieren sie teilweise als "langweilig" oder viel zu teuer. Was bringt eigentlich ein Logo? shz. de hat nachgefragt und stellt verschiedene Markenzeichen aus SH vor.

Man nehme das Wappentier, einen netten Slogan und vielleicht noch irgendein stilisiertes Symbol. Für viele tausend Euro entwirft ein Grafiker daraus ein Logo, das fortan Briefköpfe, Tourismus-Kataloge und Plakate zieren soll. Immer mehr Städte in Schleswig-Holstein legen sich ein eigenes Markenzeichen zu. Nicht nur in den Touristen-Orten ist es längst gang und gäbe mit einem einheitlichen Markenzeichen nach außen aufzutreten. Wir präsentieren einige markante Beispiele.

Rendsburg: Abgestimmt

Über die Hälfte der teilnehmenden sh:z-Leser stimmte für diesen Entwurf des Logos der Stadt Rendsburg.
Über die Hälfte der teilnehmenden sh:z-Leser stimmte für diesen Entwurf des Logos der Stadt Rendsburg.

Zuletzt brachte die Stadt Rendsburg einen Design-Prozess auf den Weg. Drei Entwürfe für ein neues Logo hatte die Stadt bei einer Agentur aus Neumünster in Auftrag gegeben. Preis: 9500 Euro. Die Abstimmung in den politischen Gremien steht noch aus. Bei einer Umfrage unter den sh:z-Lesern entschieden sich in dieser Woche 54,7 Prozent der Stimmen für den Entwurf mit dem Slogan „Rendsburg – Am Nord-Ostsee-Kanal“. In Kommentaren bezeichneten Bürger den Wahlspruch als „langweilig“ und „staubtrocken“.

Mölln: Seriös

Der Eulenspiegel ist das Wahrzeichen der Stadt Mölln.
Der Eulenspiegel ist das Wahrzeichen der Stadt Mölln. Foto: www.moelln-tourismus.de

Dass der Eulenspiegel im Logo der Stadt Mölln auftauche muss, war von vornherein klar. Die Narrengestalt soll dort gestorben sein und ist seither Wahrzeichen des Ortes. Jochen Buchholz von der Kurverwaltung berichtet: „Das Logo sollte möglichst klar sein und eine gewisse Seriosität ausstrahlen.“ So sei es im Jahr 2011 festgelegt worden, bevor eine Grafikerin das Markenzeichen entwarf. Investiert wurde „eine mittlere vierstellige Summe“. Heute schmückt das Symbol die Internetseite, touristische Werbung sowie sämtliche Printprodukte, die von der Stadt herausgegeben werden.

Neumünster: Abgekupfert?

Wie eine „WC-Ente“ sehe das Logo der Stadt Neumünster aus, kritisierte ein Politiker.
Wie eine „WC-Ente“ sehe das Logo der Stadt Neumünster aus, kritisierte ein Politiker.

Das Neumünsteraner Logo mit Schwan, Wappenschild und der stilisierten Form eines Blattes sieht dem Zeichen der niederländischen Stadt Skarsterlan sehr ähnlich. Als es 2011 vorgestellt wurde, kamen Diskussionen auf, der Entwurf könnte abgekupfert sein. Die Agentur, die die Marke für 23.000 Euro entwickelt hatte, bestritt die Vorwürfe. Besonders beliebt ist das Logo bei den Neumünsteranern nicht. SPD-Ratsherr Claus-Rudolf Johna kommentierte schon 2011: „Das Logo ist einer WC-Ente gleich.“

Sylt: Prägnant

Die drei Erlebnisdimensionen auf der Insel soll das Logo von Sylt widerspiegeln.
Die drei Erlebnisdimensionen auf der Insel soll das Logo von Sylt widerspiegeln.

Schon seit zehn Jahren verwendet die Insel Sylt das Logo mit dem prägnanten Slogan: „Meer. Leidenschaft. Leben.“ „Die Insel Sylt definiert sich damit als Summe der drei wichtigen Erlebnisdimensionen“, heißt es von der Sylt Marketing GmbH. Das Logo wurde im Zuge einer strategischen Neuausrichtung der Marke Sylt entworfen. Es kommt nicht nur auf touristischen Produkten sondern auch auf dem Sylt Shuttle der Deutschen Bahn zum Einsatz.

Region Itzehoe: Einheitlich

Einheitlich möchten Itzehoe und seine 15 Umlandgemeinden mit diesem Logo auftreten.
Einheitlich möchten Itzehoe und seine 15 Umlandgemeinden mit diesem Logo auftreten.

Ein Logo für alle – so lautet das Motto in der Region Itzehoe. Die Kreisstadt teilt sich unter dem Markennamen „Region Itzehoe“ ein Logo mit ihren 15 Umlandgemeinden. Der blaue Bereich mit dem Symbol der Halbleiter steht für den Technologiestandort mit dem Frauenhofer-Institut. Der rote Bereich mit einem Männchen in Bewegung steht für Kultur- und Erholungsangebote. „Wir wollten eine einheitliche Kommunikation in der Region schaffen“, sagt Olaf Prüß von der Region Nord. Das Markenzeichen wird auch von Unternehmen auf Briefumschlägen verwendet, es ziert sogar Coins für Einkaufswagen und Fahnen.

Eckernförde: Etabliert

Das Logo sei in Eckernförde mittlerweile gut etabliert, heißt es aus der Stadtverwaltung.
Das Logo sei in Eckernförde mittlerweile gut etabliert, heißt es aus der Stadtverwaltung. Foto: Stadt Eckernförde

In Eckernförde hat man sich schon lange an das Stadtlogo gewöhnt. Es wird unter anderem von der Stadt auf ihren Briefköpfen verwendet. Vor 16 Jahren stieß eine Tourismusgruppe den Prozess zur Erstellung eines Signets an. Studenten reichten 16 Entwürfe ein, keiner davon wurde realisiert. Stattdessen entwarf ein Grafikbüro im Jahr 2000 das aktuelle Logo. Verarbeitet sind das Eichhörnchen als Wappentier sowie Blau und Gelb als Farben der Stadt. Den Slogan "Lebensfreude wie Sand am Meer" wählte eine Lenkungsgruppe aus, nachdem Bürger Vorschläge eingereicht hatten. Zur Erklärung, warum die Geo-Koordinaten im Logo auftauchen, heißt es in einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 2000: „Bei der rasanten Verbreitung von satellitengestützten Navigationssystemen werden damit bestimmt nicht nur Segler zielisicher ins Ostseebad finden." In Eckernförde sei das Logo inzwischen etabliert: „Das ist schon etwas, was man mit Eckernförde verbindet“, heißt es aus der Stadtverwaltung.  

Schleswig-Holstein: Falsch oder echt?

„Ist Niedersachsen dann der falsche Norden?“ fragen Schleswig-Holsteins Nachbarn.
„Ist Niedersachsen dann der falsche Norden?“ fragen Schleswig-Holsteins Nachbarn. Foto: Land Schleswig-Holstein

Weiter umstritten ist das Konzept der neuen Dachmarke des Landes Schleswig-Holstein. Ein Entwurf für ein neues Logo zeigt Löwe und Nesselblatt aus dem Landeswappen sowie den Slogan „Der echte Norden“. Die Symbolik erinnere an das Wappen der Polizei, lauteten einige kritische Stimmen. Beanstandungen auch aus den Nachbarländern: Der Spruch klinge so, als ob Niedersachsen dann der falsche Norden sei, kritisierte Björn Thümler von der niedersächsischen CDU. 90.000 Euro hat die Landesregierung bisher in die Entwicklung der neuen Marke investiert.

Über die Gestaltung der Logos lässt sich also ebenso viel streiten wir über ihre Effektivität. Jochen Buhholz von der Möllner Kurverwaltung gibt zu Bedenken: „In einem Logo steckt auch immer ein Stück Subjektivität.“ Ausführliche Rezensionen und Diskussionen über Logos finden sich auf dem Blog designtagebuch.de

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erstellt am 19.Feb.2014 | 15:34 Uhr

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