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Tödlicher Streit in der Küche: Leiche zerstückelt und vergraben

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erstellt am 03.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Hamburg | Unter Tränen hat eine 46-Jährige vor Gericht gestanden, den Vater ihres Verlobten zerstückelt und die Leichenteile im Hamburger Naturschutzgebiet Höltigbaum vergraben zu haben. Auslöser für das tödliche Drama war offenbar ein Streit an der Geschirrspülmaschine im September 2012, wie die Angeklagte am gestern vor dem Landgericht erklärte. Dabei habe der 85-Jährige sie geschubst und damit erstmals körperlich angegriffen - sonst habe er immer nur gemeckert.

Sie sei ihm daraufhin in den ersten Stock gefolgt, auf der Treppe habe es einen Kampf gegeben. Sie habe mit einer Art Kampfsport-Griff seinen Rollkragenpullover zugezogen. Sie war überzeugt, dass der Mann aus Schock einen Herzanfall erlitten habe: "Für mich war das ein Unfall." Die Angeklagte steht wegen heimtückischen Mordes vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie den 85-Jährigen erwürgt hat.

Ihr Verlobter, der damals bei einem Drogenentzug war, habe ihr dann telefonisch Anweisungen gegeben, wie sie die Leiche zerkleinern sollte - unter anderem mit Hilfe einer Chlorlösung. Sie wünschte, sie hätte den Mut gehabt, sich seinen Anweisungen zu widersetzen, sagte die Angeklagte. Wenige Tage später hätten sie gemeinsam die Körperteile ins Naturschutzgebiet gebracht. Ein Verfahren gegen den Verlobten hatten die Ermittler eingestellt, weil sie ihm nicht nachweisen konnten, dass er an dem Tötungsdelikt beteiligt war.

Das Paar hatte sich beim Drogenentzug kennen gelernt - und schließlich gemeinsam mit dem 85-Jährigen und dessen Frau in einem Haus im Stadtteil Rahlstedt gelebt. Beim Streit an der Spülmaschine war die 46-Jährige nach eigenen Angaben betrunken. Sie hatte demnach acht Halbliterbiere intus. Ihr normales Pensum liegt, so sagte sie, bei zwölf Bier pro Tag.

Ein Spaziergänger hatte im Naturschutzgebiet Höltigbaum in Rahlstedt einen abgetrennten Arm gefunden und damit die Ermittlungen ausgelöst. Für den Prozess sind bisher Termine bis Ende August geplant.

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