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Tod eines Rentners – Staatsanwalt fordert lebenslange Haft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 12:19 Uhr

Für den Mord an Klaus-Heinrich Just aus Kiel-Suchsdorf hat der Staatsanwalt gestern lebenslange Haft gefordert. Nach dessen Überzeugung tötete Stefan M. (46) den 82-Jährigen am 4. Oktober 2013 in dessen Wohnung aus Habgier. Danach hob er  von einem Konto des Mannes rund 3000 Euro ab und schaffte die Leiche beiseite. Der stark verweste Leichnam von Just wurde erst Wochen später entdeckt.

„Das Tatmotiv war an Geld zu kommen“, so der Staatsanwalt. Demnach steckte der Angeklagte in akuten Geldnöten. Als seine Frau – sie arbeitete im Haushalt des Seniors – ihm von EC-Karten und PIN-Nummern des Rentners erzählte, habe er ihn aufgesucht, um ihn zu töten. Just hatte dabei „keine Möglichkeit mehr, den Notruf-Knopf zu drücken“, so der Ankläger. Der hing um den Hals des Seniors. Nach einem rechtsmedizinischen Gutachten wurde Just wahrscheinlich erwürgt. Ein Sturz sei eher unwahrscheinlich. Stefan M. bestreitet den Mord. Der Rentner sei gestürzt. Er sah ihn leblos am Boden liegen und sei in Panik geraten. Die Leiche habe er beiseitegeschafft, weil er wegen seiner Vorstrafen Angst hatte, in Verdacht zu geraten. Dass er mit Justs EC-Karten 3000 Euro abhob, hatte M. gestanden. Über 90 Minuten lang wertete der Ankläger eine Fülle von Indizien aus, die den Mord nachweisen sollen. Zeugen gibt es nicht. Verteidiger Carsten Herrle kritisierte, die Ermittler hätten sich frühzeitig festgelegt. „Der Angeklagte ist niemand, der über Leichen geht, und ist mit Sicherheit nicht für ein Tötungsdelikt zu bestrafen“, sagte er. Für den Computerbetrug und den Verstoß gegen das Bestattungsgebot bat er um eine milde Strafe. Das Urteil wird am Montag erwartet.

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