Tod am Jahreswechsel

Rasches Ende einer Taxifahrt: In Handewitt bei Flensburg verlor der Fahrer aus unbekannter Ursache die Kontrolle übers Fahrzeug.ksö In Rellingen brannte ab 0.18 Uhr ein Dachstuhl.mathiesen
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Rasches Ende einer Taxifahrt: In Handewitt bei Flensburg verlor der Fahrer aus unbekannter Ursache die Kontrolle übers Fahrzeug.ksö
In Rellingen brannte ab 0.18 Uhr ein Dachstuhl.mathiesen

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02. Januar 2013, 01:14 Uhr

kiel | Rund 200 Einsätze für die Feuerwehren, rund 800 für die Rettungsdienste in Schleswig-Holstein: Damit verlief die Silvesternacht nach Einschätzung des Landesfeuerwehrverbandes etwas ruhiger als im Durchschnitt. Ursache sei das stark regnerische, "polizeifreundliche Wetter", wie es in der Regionalleitstelle Nord in Harrislee bei Flensburg formuliert wurde. "Das hat einige abgekühlt." Doch es gab immer noch reichlich zu tun. Trauriger Höhepunkt bei den Einsätzen der Retter war die Fahndung nach einem von seiner Familie als vermisst gemeldeten 20-Jährigen aus Satrup (Kreis Schleswig-Flensburg). Er wurde in dem Ort gestern tot aufgefunden, wie ein Sprecher der Rettungsleitstelle gegenüber unserer Zeitung bestätigte.

Es gebe keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung, hieß es. Der Verstorbene sei offenbar zum Zeitpunkt des Todes allein unterwegs gewesen. Ob und in welcher Menge Alkohol im Spiel war, bleibt einstweilen Spekulation. Die Ermittlungen zu den genaueren Todesumständen dauern an. Für heute kündigte die Leitstelle dazu eine Erklärung der Kriminalpolizei an.

Allein in der Landeshauptstadt Kiel musste die Polizei in der Nacht zu gestern 189 Mal ausrücken. Vor einem Jahr waren es noch 215 Einsätze gewesen. In 17 Fällen nahmen die Beamten Anzeigen wegen Körperverletzungen auf, 14 Mal unterstützten sie die Feuerwehr bei Bränden.

In Neustadt (Kreis Ostholstein) brannte es aus noch ungeklärter Ursache im Personalwohnheim einer psychiatrischen Klinik. Die Feuerwehr brachte mehr als 20 Menschen in Sicherheit, eine Person sei über eine Leiter aus dem Gebäude gerettet worden, sagte Kreiswehrführer Ralf Thomsen. Die Flammen konnten schnell gelöscht werden, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Ein Großfeuer in Rellingen zerstörte ein Reetdachhaus. Der Sachschaden werde auf 500 000 Euro geschätzt, teilte die Polizei mit. Menschen wurden nicht verletzt. Alle Bewohner hätten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Die Kriminalpolizei hat Hinweise darauf, dass ein Feuerwerkskörper den Brand ausgelöst haben könnte.

In Heist im Kreis Pinneberg geriet ein Wohnhaus in Brand. Die Flammen hatten sich von zwei Autos im anliegenden Carport ausgebreitet. Die Löscharbeiten an dem wärmeisolierten Dach gestalteten sich schwierig und dauerten bis zum Nachmittag.

Ein böses Erwachen gab es bei Betriebsaufnahme der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft im neuen Jahr. Der 9.05-Uhr-Zug von Niebüll nach Dagebüll erfasste eine Bank, die Unbekannte in der Silvesternacht aus ihrer Verankerung gerissen und auf die Gleise gestellt hatten. Dabei wurde der Kraftstofftank aufgerissen, woraufhin Dieselöl in noch unbekannter Menge auslief. Die freiwillige Feuerwehr Niebüll-Deezbüll versuchte, möglichst viel davon aufzufangen.

Nichts wurde aus dem Versuch der Sylter Ordnungsbehörden, auf der Insel erstmals in besonderen Zonen Silvesterfeuerwerk zu erlauben: Die ursprünglich geplanten Genehmigungen für die Strandabschnitte in Westerland und Wenningstedt wurden wegen des starken Windes und der Sorge um Reetdächer wieder aufgehoben.

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