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Flensburger Verkehrssünderkartei : Tipps für die Punktereform

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum 1. Mai wird das System der Flensburger Verkehrssünderkartei umgestellt. Schleswig-Holstein am Sonntag zeigt, was sich ändert und was Punktesammler vor der Reform beachten sollten.

Flensburg | Es wird teuer für Verkehrssünder! Ab dem 1. Mai dieses Jahres vereinfacht das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg das Punktesystem. Für Auto- Lkw- und Motorradfahrer heißt das: weniger Punkte, aber auch höhere Bußgelder. Verkehrssünder sollen in Zukunft stärker zur Kasse gebeten werden. Bei einigen Verstößen gibt es zwar keine Punkte mehr, dafür wird mit Beschluss des Bundesrates das Bußgeld verdoppelt.

Wer etwa einen anderen Autofahrer beleidigt, muss zwar nach wie vor ein Monatsgehalt Strafe zahlen. Die bisher fälligen fünf Punkte fallen aber weg. Wer ohne die erforderliche Feinstaubplakette in eine Umweltzone einfährt, muss hingegen 80 statt 40 Euro Bußgeld zahlen.

Statt wie bisher maximal 18 gibt es im neuen System nur noch acht Punkte. Bei drei Punkten bleibt es noch bei einer Registrierung. Vier und fünf Punkte führen zur Ermahnung. Und wer durch Verkehrsdelikte auf einen Stand von sechs bis sieben Punkte kommt, muss Pflichtseminare belegen. Ab acht Punkten müssen Kraftfahrer den Führerschein für mindestens ein halbes Jahr abgeben. Eine Amnestie für bestehende Einträge gibt es durch die Umstellung nicht. Sie werden umgerechnet. Wie sie sich neu verteilen, zeigt der Infokasten auf der linken Seite.

Die Reform wirkt sich auch auf das Haltbarkeitsdatum der Punkte aus. Bisher verlängerte sich diese für alle Punkte, wenn ein neuer Verkehrsverstoß dazukam. Neu ist: Jeder Punkt erhält jetzt seine eigene Verjährungsfrist. Dafür verfallen Registereinträge erst nach zweieinhalb oder sogar erst nach fünf Jahren.

Konnten Verkehrssünder bisher durch freiwillige Maßnahmen insgesamt sechs Punkte abbauen, werden sie auf diesem Weg künftig nur noch einen Punkt tilgen können. Das bisherige Bonussystem wird mit der Punktereform also stark eingeschränkt. Notorische Verkehrssünder sollten deshalb jetzt handeln, rät der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Nach altem Recht abgebaute Punkte werden bei der Umstellung am 1. Mai berücksichtigt. Vor allem für Kraftfahrer mit sehr hohem Punktestand lohnt sich jetzt der Punkteabbau, erklärt der Vorsitzende Dr. Peter Kiegeland. „Eine verkehrspsychologische Beratung bei einem speziell dafür ausgebildeten Diplom-Psychologen dauert
ungefähr drei bis vier Stunden“, beschreibt Kiegeland den zeitlichen Rahmen der Maßnahme. „Sie führt dazu, dass zwei Punkte abgezogen werden.“ Der Betroffene erreicht so, dass er im neuen System weniger Punkte erhält als ohne eine solche Maßnahme.

Schleswig-Holstein am Sonntag hat dazu die wichtigsten Fragen im Schnellüberblick zusammengestellt.

Wieviele Punkte habe ich?

Den aktuellen Punktestand erfahren Kraftfahrer beim Verkehrszentralregister in
Flensburg. Kostenlose Auskunft gibt es im Internet unter: www.kba.de.

Wie andern sich die Einträge?

Vor Mai 2014     Ab Mai 2014

 

1 − 3       1

4 − 5       2

6 − 7       3    

8 − 10    4

11 − 13    5

14 − 15    6

16 − 17    7

18 +       8

Welche Verstöße werden teurer?

 Handyverstoß von 40 auf 60 Euro

 Winterreifenpflicht von 40 auf 60 Euro

 Rechtswidriges Verhalten an Schulbussen von 40 auf 60 Euro

 Rechtswidriges Verhalten an Schulbussen bei Gefährdung von 50 auf 70 Euro

 Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw von 380 auf 570 Euro

 Zeichen eines Polizeibeamten nicht befolgt von 50 auf 70 Euro

 Vorfahrtverstoß von 50 auf 70 Euro

Wer kann von der Umstellung profitieren?

Ein Aufbauseminar hilft vor allem bei einem Stand zwischen 14 bis 17 Punkten.

Was benötige ich für eine verkehrspsychologische Beratung?

Einen sogenannten „ASP-Fahrsicherheitskurs“. Diese Aufbaukurse werden von Fahrschulen angeboten. Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde weiß, welche Fahrschulen solche Kurse anbieten.

Was kostet mich der Punkteabbau?

Das Aufbauseminar kostet nach Auskunft des ADAC etwa 200 Euro. Eine verkehrspsychologische Beratung schlägt mit 400 Euro zu Buche. Im neuen Recht gibt es sogenannte Fahreignungsseminare. Sie kosten 400 Euro und können nur von Kraftfahrern mit unter sechs Punkten wahrgenommen werden.

Wo finde ich Verkehrspsychologen?

Für amtlich anerkannte verkehrspsychologische Berater existiert ein Register. Es ist im Internet unter www.bdp-verkehr.de/beratung/register.html abrufbar. Sie können auch im Vorfeld weitere Informationen geben.

Wie geht es nach der Beratung weiter?

Nach der psychologischen Beratung erhalten Kraftfahrer eine Teilnahmebescheinigung. Die legen sie der zuständigen Straßenverkehrsbehörde vor. Zwei Punkte werden abgezogen.

 
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erstellt am 26.Jan.2014 | 15:17 Uhr

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