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Handball-Bundesliga : THW Kiel mit Millionen-Etat konkurrenzlos

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Im Handball geht es quasi nur noch um Platz zwei. Auf dem Titelrang sehen die übrigen Trainer bereits den THW Kiel als alleinigen Favoriten. Mit Mega-Etat und Nonplusultra-Kader haben sie „keinen Gegner mehr“.

Kiel | Das meiste Geld, der beste Kader, die höchsten Ziele: Angesichts eines Etats von 9,5 Millionen Euro und exquisiter Spielereinkäufe kapituliert die Konkurrenz in der Handball-Bundesliga vor dem deutschen Meister THW Kiel. Dank seiner Finanzstärke mit dem eingestellten Rekordhaushalt holten sich die Kieler Weltmeister Joan Canellas und Welthandballer Domagoj Duvnjak sowie den deutschen Nationalspieler Steffen Weinhold ins Team.

„Mit Canellas und Duvnjak werden sie noch stärker. In der Liga haben sie damit keinen Gegner mehr“, sagte Mindens Trainer Goran Perkovac. „Wenn man sich den Kader anschaut, ist das das Nonplusultra. Ich hoffe, dass es nicht wieder einen 68:0-Lauf gibt“, befand auch Mark-Henrik Schmedt, Manager des SC Magdeburg, in Anspielung auf Kiels makellose Saison 2011/2012.

Angesichts seiner eigenen Ansprüche musste der Rekordmeister den zuletzt häufig ausgedünnten Kader nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ aufwerten. „Wir haben eine bessere Mannschaft als in den vergangenen Jahren, sind vor allem in der Breite besser aufgestellt. Dadurch kann ich mehr rotieren lassen und probieren, den Gegner 60 Minuten lang unter Druck zu setzen“, sagte THW-Coach Alfred Gislason.

Dem Isländer ist daher klar, dass er mit seinem Starensemble als Zweiter der erste Verlierer wäre. „Unsere Ziele sind immer gleich: Wir wollen deutscher Meister werden, zum Finalturnier der Champions League nach Köln und uns für das DHB-Pokal-Final-Four in Hamburg qualifizieren“, betonte Gislason.

Im Gegensatz zum vorigen Jahr und zu Branchenkrösus Kiel macht der HSV Hamburg keine Etat-Angaben. Nach zwei vergeblichen Lizenzanläufen, einer knapp vermiedenen Insolvenz und einer Spielgenehmigung erst auf dem Gnadenweg hat der Champions-League-Sieger von 2013 trotzdem eine gute Mannschaft zusammenbekommen. Zwar wurden nur Spieler ohne Starstatus wie Alexander Feld vom Zweitligisten SC DHfK Leipzig verpflichtet. Doch die erste Sieben unter anderem mit Torwart Johannes Bitter, Rechtsaußen Hans Lindberg, Kreisspieler Henrik Toft Hansen oder Dauerbrenner Pascal Hens ist noch immer stark.

Neues Selbstbewusstsein ist elbaufwärts beim SC Magdeburg erwachsen. „Mit dem HSV könnten wir auf Augenhöhe sein“, sagte Schmedt. Die ,Top 3'-Clubs Kiel, Flensburg und Rhein-Neckar Löwen seien zwar nicht zu erreichen. „Dahinter ist das dann offen. Da gibt es einige Teams: Hamburg, Berlin, Magdeburg, Melsungen - da geht es um Platz vier.“

Die Magdeburger haben ihre Finanzkrise fast überwunden. Von 2,522 Millionen Euro Schulden vor sieben Jahren sind nur noch weniger als 100.000 Euro übrig geblieben. „Das belastet uns nicht mehr“, sagte Schmedt. Und so hat der SCM seinen Etat angehoben. Eine konkrete Zahl wollte der Manager aber nicht nennen. „Wir sind weiter stabilisiert und gegen den Trend leicht gewachsen.“ Schmedt ist vorsichtig bezüglich Etatangaben. „Da werden Äpfel mit Birnen verglichen: Der eine hat die Marketinggesellschaft integriert, der andere zahlt eine riesige Hallenmiete und bekommt das von kommunalen Energieversorgern wieder zurück“, erläuterte der Vizepräsident des Ligaverbandes HBL.

Einen „Königstransfer“ wie vor Jahresfrist mit Rückraum-Star Ivano Balic bei der HSG Wetzlar gab es diesmal nicht. Dennoch ist die Bundesliga weiter ein attraktives Ziel: So kam etwa Frankreichs Welt- und Europameister Guillaume Joli nach Wetzlar, sein Landsmann und Europameister Alix Kevynn Nyokas ging zu Frisch Auf Göppingen und Dänemarks WM-Zweiter Mads Mensah Larsen spielt da künftig ebenfalls.

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erstellt am 19.Aug.2014 | 15:28 Uhr

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