zur Navigation springen

Tarifeinigung: Hohe Kosten für Kommunen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehr Geld für Müllmänner und Erzieherinnen: Während sich die 70 000 schleswig-holsteinischen Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen durch die Bank zufrieden zeigen, hält sich die Begeisterung auf Arbeitgeberseite in Grenzen. Der Abschluss gehe nach Ansicht der Kommunen „an die äußerste Schmerzgrenze“. Olaf Tauras, Vorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein (KAV) und Oberbürgermeister der Stadt Neumünster, sagte gestern: „Mehr wäre unter keinen Umständen verkraftbar gewesen.“ Sorge bereite den kommunalen Arbeitgebern, dass die Entgelte in den unteren Entgeltgruppen durch den vereinbarten Mindestbetrag von 90 Euro monatlich überproportional steigen. Dadurch werde es schwerer, bislang an Private ausgegliederte Dienstleistungen wieder in eigener kommunaler Regie durchzuführen. Rückwirkend zum 1. März steigen die Gehälter um drei Prozent, 2015 gibt es nochmals 2,4 Prozent mehr. Auszubildende bekommen dieses Jahr 40 Euro mehr und 2015 nochmals 20 Euro. Zudem wird der Urlaubsanspruch ab sofort für alle Beschäftigten auf 30 Tage angehoben, für Azubis von 27 auf 28 Tage.

Die Kommunen müssen bluten: So muss die Landeshauptstadt Kiel ihren 5100 Mitarbeitern in diesem Jahr 3,4 Millionen Euro mehr zahlen und ab 2015 sieben Millionen. Trotzdem: Die Kosten des Tarifabschlusses liegen nach Schätzung von KAV-Geschäftsführer Wilfried Kley unter 100 Millionen Euro „und damit deutlich unter der Hälfte dessen, was Verdi ursprünglich wollte“. Die Gewerkschaft hatte 3,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 100 Euro mehr pro Monat gefordert.

Angesichts der aktuellen Abschlüsse für die Bundes- und Kommunalangestellten fordert die Nord-CDU schon jetzt Vorsorge im Landesetat zu treffen, da die Ergebnisse für die Landesbediensteten und -beamten erfahrungsgemäß ähnlich ausfallen. „Damit steht jetzt schon fest, dass die Finanzministerin mit den in der Finanzplanung eingerechneten 1,5 Prozent nicht auskommen wird“. Ein Prozent Tarifsteigerung für Angestellte inklusive Beamte und Versorgungsempfänger belasten den Landeshaushalt mit etwa 30 Millionen Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert