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Täter kommen immer häufiger aus dem Internet

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erstellt am 24.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Kiel | Immer mehr Schleswig-Holsteiner werden Opfer von Internetkriminalität. Die Zahl der Ermittlungsverfahren zum Beispiel wegen des sogenannten BKA-Trojaners oder DDoS-Angriffen sei 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent angestiegen, sagte Generalstaatsanwalt Wolfgang Müller-Gabriel gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts der Staatsanwaltschaft.

Im Falle des BKA-Trojaners erhalten die Opfer die Mitteilung, dass ihr Computer als Mittel zur Begehung einer Straftat genutzt worden und deshalb gesperrt worden sei. Bei DDos-Angriffen werden Computer durch Spam lahmgelegt.

"Wir haben es hier nicht mehr nur mit intelligenten Menschen zu tun, die hacken können, sondern mit organisierter Kriminalität", sagte Müller-Gabriel. Den Tätern ginge es um einen Zugriff auf den PC und das Abgreifen beispielsweise von Daten beim Online-Banking. Die Gesamtzahl der Ermittlungsverfahren im Land stieg im vergangenen Jahr nur leicht auf 284 883 Fälle (2012: 282 415) an. 70 Prozent davon seien bereits innerhalb von drei Monaten erledigt, sagte Müller-Gabriel. Als erfreulich bezeichnete der Generalstaatsanwalt die Entwicklung bei den jugendlichen Gewalttätern. Zwar sei die Gesamtzahl der Verfahren wegen Gewaltkriminalität nur um rund 200 Fälle auf 25 148 zurückgegangen. Die Zahl der Jugendlichen unter den Beschuldigten sei jedoch erneut gesunken und zwar deutlich um 1458 auf 11 313 Fälle. "Das ist ein stabiler Trend nach unten", sagte Müller-Gabriel.

Dagegen bearbeiteten die 175 Staatsanwälte des Landes 2012 insgesamt 160 Fälle von Mord und Totschlag inklusive Versuch. Im Vorjahr waren es 143. "Es sieht so aus, als wären wir ein Land von Mördern. Das ist aber nicht der Fall", sagte der Generalstaatsanwalt. Die Erhöhung stehe im Zusammenhang mit einer Kieler Brandserie, bei der mehrfach auch ein Tötungsvorsatz angenommen wurde, und mit Messerstechereien im Kieler Diskotheken-Zentrum Bergstraße. Dabei sei anfänglich wegen eines Tötungsvorsatzes ermittelt worden.

Die Zahl der Korruptions-Verfahren ging im Vergleich zum Vorjahr von 154 auf 122 zurück. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Beschuldigten von 235 auf 297. Das Auf und Ab ließe keine Rückschlüsse auf die Entwicklung der Korruption zu, so Müller-Gabriel.

Insgesamt gab es im Vorjahr 34 Anklagen und ebenso viele Durchsuchungen wegen Korruptionsverdachts.

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