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Suche nach Fass ohne Boden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Energiekonzern prüft atomare Strahlung und Sicherheit des Bauwerkes unter dem Kernkraftwerk Brunsbüttel

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Los geht es in Kaverne vier von sechs. Dort haben Techniker gestern damit begonnen, nach verrosteten Atommüllfässern zu suchen, die unter dem Kernkraftwerk Brunsbüttel lagern könnten. Zwei Jahre nachdem ein korrodiertes Fass mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall gefunden wurde, ist der Energiekonzern Vattenfall nun nach eigener Aussage in der Lage, die Sicherheit genau zu überprüfen. Eine 35 000 Euro teure Spezialkamera wird an einem Kran in die unterirdischen Betonkavernen hinabgelassen und kann sich um 360 Grad drehen. Damit soll auch das ganze Bauwerk, das nur von oben zugänglich ist und in den 70er Jahren entstand, überprüft werden. „Die Entwicklung der Kamera war sehr aufwändig, weil sie klein genug und lichtstark sein und der Strahlung standhalten musste“, sagt Vattenfall-Sprecherin Sandra Kühberger. Kompliziert sei es gewesen, den Hebekran für die 110 Zentimeter dicken Betondeckel der Kavernen umzurüsten, so die Sprecherin des Energiewendeministeriums in Kiel, Nicola Kabel. Die Deckel sorgen dafür, dass weniger Strahlung nach außen dringt. Für die Inspekteure bestehe aber keine Gesundheitsgefahr, wenn die Deckel geöffnet werden, so Kabel.

Die Suche nach den beschädigten Fässern war ins Rollen gekommen, als bei einer TÜV-Kontrolle im Jahr 2011 ein verrostetes Fass gefunden worden war. Vattenfall wusste das seit dem 15. Dezember, hatte die Atomaufsicht in Kiel aber erst rund vier Wochen später darüber informiert. In einer Kaverne waren nach Angaben der Kieler Atomaufsicht im Jahr 2012 bis zu 500 Millisievert Strahlenbelastung je Stunde gemessen worden. Ein Arbeitnehmer in einem Kernkraftwerk darf maximal 20 Millisievert Strahlung im Jahr ausgesetzt sein. Den hohen Wert erklärt das Ministerium damit, dass die Strahlenbelastung an der Oberfläche der Fässer durchaus zwischen 10 und einigen hundert Millisievert variieren kann. „Daher sind 500 Millisievert pro Stunde zwar ein hoher, aber durchaus vorkommender Wert. “


> Weitere Fragen und Antworten unter www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft – Menü links: „Reaktorsicherheit, Stahlenschutz“ – Menü rechts: „FAQ zum Fund korrodierender Stahlblechfässer“


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