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Streik: Stillstand auf dem Kanal

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Brunsbüttel | Wegen eines Streiks der Schleusen-Mitarbeiter in Brunsbüttel ist der Nord-Ostsee-Kanal seit gestern blockiert. Die Beschäftigten traten um 6 Uhr in den Streik, der fünf Tage dauern soll. "Die Schleusen sind komplett zu", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Große Schiffe können den Kanal nicht mehr passieren.

Kurz nach Streikbeginn fuhren noch neun Schiffe, von der Ostsee kommend, im Kanal. Mittags waren es nur noch vier, die in den Schleusen festsaßen. Die anderen Schiffe hatten entweder umgedreht oder kleine Schleusen benutzt, sagte Helmut Külsen, Pressesprecher der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) unserer Zeitung.

Mit Beginn der Spätschicht um 23 Uhr sollten sie ungeachtet des von Verdi ausgesprochenen Streiks in die Elbe auslaufen. Denn zwei der täglichen fünf Festmacher-Wachen sind an einen externen Dienstleister vergeben. Dessen Mitarbeiter sind am Streik nicht beteiligt. Dies gilt auch für die Kanalfähren in Brunsbüttel, Burg und Hochdonn. Grundsätzlich bestreikt werden die Fähren in Fischerhütte, Oldenbüttel und Hohenhörn.

Verdi kündigte an, bei einem Notbetrieb durch Fremdfirmen die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeiten genau zu überprüfen.

Laut Verdi streiken in Brunsbüttel mehr als 100 Beschäftigte. Hintergrund des Ausstandes ist die geplante Umstrukturierung der WSV in Deutschland. Der Reform werden nach Verdi-Angaben bundesweit rund 3000 der insgesamt 12 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Mit dem Arbeitskampf will die Gewerkschaft einen Tarifvertrag zur rechtsverbindlichen Absicherung der Beschäftigten erreichen.

Auch das Wasser- und Schifffahrtsamt in Tönning soll für drei Tage bestreikt werden. In der kommenden Woche wollen die WSV-Beschäftigten an der Ostsee ihre Arbeit niederlegen. Bis 17. August sollen laut Gewerkschaft Schleusen, Bauhöfe und WSV-Verwaltungen überall im Lande in unregelmäßigen Abständen bestreikt werden.

Massive Kritik am Streik übte die Initiative Kiel-Canal. "Damit unterminiert die Gewerkschaft den Ruf des Nord-Ostsee-Kanals als zuverlässigen Wasserweg", meinte der Vorsitzende Jens Broder Knudsen. Verdi müsse sich die Frage gefallen lassen, "ob man mit dem Streik nicht über das Ziel hinausschießt und mittelbar mehr Arbeitsplätze gefährdet, als die Reform es tut". In die selbe Kerbe schlug der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste. "Die Route um Jütland ist inzwischen eine gelernte Ausweichstrecke", sagte Geschäftsführer Heinrich Ritscher: "Der willkürliche Stillstand im Kanal wird unserem Land teuer zu stehen kommen."

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erstellt am 08.Aug.2013 | 03:14 Uhr

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