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„Stampfen Sie das schnell ein“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Opposition wettert gegen neuen Landes-Slogan „Der echte Norden“ – Minister hält dagegen

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 15:08 Uhr

Die Kampagne ist nicht nur teuer und überflüssig, sie mache Schleswig-Holstein auch lächerlich, wetterte gestern der CDU Abgeordnete Hans Jörn Arp gegen die neue Dachmarke des Landes. „Stampfen Sie das schnell ein“, so sein Rat in der Landtagssitzung.

Doch sowohl die Politiker der Regierungsfraktionen als auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zeigten sich unbeeindruckt. Der Slogan „Der echte Norden“, so Meyer, „integriert nach Innen und profiliert nach Außen“. Der Markenbestandteil „echt“ sei ein Leistungsversprechen, das eine schleswig-holsteinische Qualität beschreibe. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Menschen mit Norden Begriffe wie Weite, Frische, Gesundheit, Authentizität, Klarheit, Bescheidenheit, Standfestigkeit, Richtungsweisung oder Weltoffenheit verbinden.“ Sogar eine englische Übersetzung gibt es schon: „Germany’s true North“.

Der Vorstoß der Liberalen, die bislang schon 220 000 Euro teuere Kreation der Kieler Werbeagentur Boy wieder zurückzuziehen, lief ins Leere. Ähnlich wie die FDP kritisierten auch die Piraten die Marketing-Initiative als Geldverschwendung und beklagten den fehlenden Dialog mit den Bürgern. Die lehnten mehrheitlich den Spruch ab.

Die Landesregierung schade Schleswig-Holstein, sagte Oliver Kumbartzky (FDP) in der Debatte. Man stelle sich vor, Urlauber passieren die Landesgrenze auf der A 7, stehen im Dauerstau und werden per Werbeschild darauf aufmerksam gemacht, dass sie soeben im „echten Norden“ angekommen sind. „Das ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten“. Meyer solle mit dem Geld besser die Infrastruktur in Ordnung bringen. Als Alternative schlug Kumbartzky „Schleswig-Holstein – der starke Norden“ vor. „Das ist genauso sinnleer, aber ich würde dafür kein Geld nehmen.“ Die CDU monierte, der Slogan reiße „Gräben“ zu Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern auf, da er eine Abgrenzung sei. Dem entgegnete Olaf Schulze (SPD): „Nur weil etwas echt ist, macht es etwas anderes nicht unecht.“ So habe der echte Norden echt viel Sonnenstunden– „auch wenn Mecklenburg Vorpommern mehr hat“.

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