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Sohn mit Messer attackiert: Vater bestreitet Mordversuch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Für einen Mordversuch an seinem Sohn muss sich ein 55-Jähriger seit gestern vor dem Kieler Landgericht verantworten. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, seinem Sohn im August 2013 vor dessen Wohnhaus in Wahlstedt (Kreis Segeberg) aufgelauert zu haben, um ihn zu erstechen. Tatmotiv sei Rache gewesen. Der Sohn hatte die Mutter bei sich aufgenommen und unterstützt, als sie sich von ihrem Mann trennte.

Der Angeklagte bestritt zu Beginn des dreitägigen Prozesses jede Mordabsicht. „Ich wollte ihm nur Angst einjagen. Ich wollte ihn nicht töten.“ Er habe wissen wollen, warum seine Familie ihn verlassen hatte. Doch der Sohn (32) erlebte die Szene in seinem Wagen höchst bedrohlich: Unter Tränen schilderte er, wie der Vater sich völlig überraschend zu ihm ins Auto gesetzt und sofort ein Messer gezückt habe. „Ich steche Dich ab, ich bring Dich um.“ Er habe die Hand mit dem Messer packen und den Stich abwehren können, sagte der Sohn. Nach einem Gerangel sei es ihm gelungen, aus dem Wagen zu flüchten und die Polizei zu rufen.

Der Angeklagte wurde später mit 1,8 Promille festgenommen. Wegen der Trennung sei er verzweifelt gewesen. Seine Frau war bereits im vorigen Mai das erste Mal ausgezogen, später dann endgültig. Zweimal wollte er sich deswegen umbringen. Der Angeklagte, der unter anderem Panzerfahrer in der damaligen sowjetischen Armee war und später Mähdrescher fuhr, kam 1994 mit seiner Familie nach Deutschland. Phasen längerer Arbeitszeiten wechselten durch Firmeninsolvenzen mit Zeiten der Arbeitslosigkeit. Doch es gelang ihm, ein Haus zu bauen, das die Familie 2007 bezog. Vor Gericht beklagte er, dass seine Frau hinter seinem Rücken einen Kredit über mehrere Tausend Euro aufgenommen und ein Sparbuch mit 7000 Euro geplündert habe. Zudem bürge er für den Autokredit seines Sohnes.

Der Prozess wird kommenden Mittwoch fortgesetzt.

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