Silvester: Rätsel um Toten in Harburg

Der Moment der Erleuchtung: Um Mitternacht feierten Zehntausende den Jahreswechsel am Hamburger Hafenrand.
Der Moment der Erleuchtung: Um Mitternacht feierten Zehntausende den Jahreswechsel am Hamburger Hafenrand.

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02. Januar 2013, 01:14 Uhr

Hamburg | Des einen Freud, des anderen Leid: Der Jahreswechsel war in Hamburg eine Nacht der Kontraste. Während an den Landungsbrücken 15 000 Menschen fröhlich und friedlich das Jahr 2013 begrüßten, war es für Polizei und Rettungsdienste einmal mehr die heißeste Nacht des Jahres. Die Feuerwehr musste 1076 Mal ausrücken - 72 Mal häufiger als ein Jahr zuvor. Dabei waren allein 255 Brände zu löschen, dazu gab es knapp 800 Rettungsdienstfahrten. Die Polizei meldete fast 3000 Einsätze. Die spektakulärsten Fälle der Silvesternacht:

Harburg: An der Seehafenbrücke brach ein 32-Jähriger auf der Straße zusammen und starb kurz darauf im Krankenhaus. Der Türke hatte laut Polizei mit Freunden Feuerwerkskörper abgebrannt. Die Ärzte stellten eine Verletzung im Bauchbereich fest, die auf eine mögliche Schussverletzung hindeutet. Denkbar ist aber auch, dass sich der Mann beim Knallen selbst verletzte.

Rahlstedt: Eine Rakete traf einen Siebenjährigen am Rücken. Der Junge erlitt Brandverletzungen.

Niendorf: Kurz nach Mitternacht wurde auch dort ein Siebenjähriger von einem Knaller am Oberschenkel getroffen. Er kam wegen Brandverletzungen ins Krankenhaus.

St. Georg: An der Langen Reihe brach in einem sechsgeschossigen Wohnhaus ein Feuer aus. Die Einsatzkräfte mussten einen Rollstuhlfahrer und einen weiteren Bewohner retten, einen davon vom Dach. Die beiden erlitten Rauchvergiftungen und kamen in die Klinik.

Eppendorf: Gegen 1.30 Uhr lief ein Fünfjähriger unvermittelt auf die Straße und wurde von einem Auto erfasst. Er kam lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus.

St. Pauli: An der Balduintreppe feierten etwa 400 Personen ins neue Jahr, darunter laut Polizei etwa 20 aus dem linken Spektrum. Polizeibeamte seien aus der Gruppe heraus mit Silvesterraketen beschossen worden.

Langenhorn: Feuerwehrleute retteten einen Betrunkenen aus einem stark verqualmten Keller. Der 47-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Neugraben: Ein Mann erlitt Verbrennungen zweiten bis dritten Grades an Hand und Bauch. Vermutlich hatte er eine Rakete in der Hand gezündet.

Altona: In der Stresemannstraße gerieten zwei Gruppen junger Männer in Streit. Ein 16-Jähriger erlitt leichte Stichverletzungen in Brust und Rücken.

Langenhorn: In der Asklepios Klinik Heidberg musste ein 16-Jähriger mit zwei Promille Alkohol im Blut behandelt werden. Eine 58-Jährige verletzte sich bei einer Verkleidungsparty. Beim Ausziehen ihres Reifrocks stürzte die Frau und brach sich einen Finger.

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