Sicherheitspersonal will Flughafen lahmlegen

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17. Januar 2013, 01:14 Uhr

Hamburg | Am Hamburger Flughafen droht ein Streik des Sicherheitspersonals, der den gesamten Flugverkehr durcheinanderbringen dürfte. Die Gewerkschaft Verdi hat gestern angekündigt, eine "nachhaltige" Arbeitsniederlegung vorzubereiten. Hintergrund sind die erfolglosen Verhandlungen über höhere Bezüge für die etwa 600 Luftfahrtsicherheitsassistenten in Fuhlsbüttel. Sie erledigen im Auftrag der Bundespolizei die Kontrollen von Passagieren, Fracht und Flughafenpersonal.

Verdi will einen Stundenlohn von 14,50 Euro durchsetzen; aktuell verdient das Sicherheitspersonal in Hamburg bis zu 11,80 Euro. Verdi-Fachbereichsleiter Peter Bremme: "Viele Beschäftigte dürfen nur Teilzeit arbeiten, das heißt bis zu 160 Stunden im Monat, und müssen ihren Lohn vom Staat aufstocken lassen." Wer Sicherheit am Flughafen wolle, "der muss auch Löhne zahlen, die zum Leben reichen".

Allerdings hat Verdi die Tarifverhandlungen noch nicht für gescheitert erklärt. Die Arbeitgeber hatten für Hamburg zuletzt einen Stundenlohn von 12,50 Euro angeboten. Gewerkschafter Bremme verweist auf Nordrhein-Westfalen, dort liege bereits ein Angebot von 13,50 Euro auf dem Tisch . "Was die Arbeitgeber dort bezahlen können, muss auch in Hamburg möglich sein."

Im Dezember hatte ein bundesweiter Warnstreik von Sicherheitsmitarbeitern an den größten deutschen Flughäfen auch Hamburg getroffen. Zwar konnten alle Maschinen starten, doch wegen langer Staus an den Kontrollen erreichten Hunderte Passagiere den Flugsteig nicht rechtzeitig. Seinerzeit ging es um die parallel laufende Tarifauseinandersetzung auf Bundesebene.

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