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Relaunch der Website : shz.de lokal wie noch nie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was bei überregionalen Themen normal ist, sollte auch im Lokalen selbstverständlich sein: Das neue shz.de bietet Lokaljournalismus in Echtzeit. Entdecken Sie die neue Website für Schleswig-Holstein.

Als Mitte der 90er-Jahre das Internet erstmals von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, machte sich ein Schlagwort breit: Global Village, das weltweite Dorf. Erfunden hatte den Begriff schon mehr als 30 Jahre früher der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan. In seinem Buch „The Gutenberg Galaxis“ beschrieb er quasi hellseherisch, wie sich die Welt von ihrer druckmaschinen-geprägten Kommunikation verabschieden wird, um sich zu einem elektronisch vernetzten virtuellen Dorf zu entwickeln.

Heute geschieht etwas Besonderes: Schleswig-Holstein wird elektronisch vernetzt. Das Dorf in Mittelangeln, die Gemeinde im Dänischen Wohld, die Stadt im Hamburger Speckgürtel, sie alle sind im Netz vertreten.

Die Website des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags, shz.de, ist bereits das beliebteste und reichweitenstärkste Regionalportal im Norden. Dazu kommen nun 20 lokale Homepages. Von der Barmstedter Zeitung über das Flensburger Tageblatt, die Husumer Nachrichten, den Ostholsteiner Anzeiger, das Pinneberger Tageblatt, den Schlei-Boten, den Holsteinischen Courier bis zur Wilsterschen Zeitung: Jeder Titel des sh:z wird ab heute mit einer eigenen Site unter dem Dach von shz.de vertreten sein.

Anders als bei Marshall McLuhan geht es dabei nicht darum, Teil eines Globalen Dorfes zu werden, also etwas Winziges in etwas Riesengroßem. Zwar vernetzt, aber ohne Aufmerksamkeit. Das Dorf darf bei uns Dorf bleiben, wenn die Redakteure etwa des Nordfriesland Tageblatts oder der Schleswiger Nachrichten aus den Dörfern in ihren Verbreitungsgebieten berichten. Bei uns machen die Journalisten vor Ort Geschichten mit den Menschen vor Ort für das Internetportal vor Ort. Auf ihren lokalen Homepages berichten unsere Lokalredakteure, sortieren das örtliche Geschehen, schaffen Relevanz und sorgen für Gesprächsstoff.

Aber warum im Internet? Es gibt doch die Zeitung! Genau. Die Zeitung ist etwas Wunderbares. Morgens früh kommt das persönliche Exemplar per Bote in den Briefkasten, landet auf dem Frühstückstisch, wird geteilt und Teil eines Rituals („den Sport für Vati, den Supermarktprospekt für Mutti“ – oder anders herum, je nach Familie). Die Zeitung bleibt Zeitung. Weil sie etwas ist, auf das man sich verlassen kann. Weil sie das Geschehen in Portionen herunterbricht und so für Ordnung sorgt. Weil sie in Wort und Bild Geschichten erzählt. All das kann Zeitung.

Manches kann Zeitung aber nicht. Diese Erfahrung machen auch andere. „Das Netz bietet die Möglichkeit, gerade lokale Themen deutlich aktueller, umfangreicher, vielfältiger und nutzbarer aufzubereiten“, sagt Holger Schellkopf, stellvertretender Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung und verantwortlich für mittelbayerische.de. Zeitung kann nicht tagesaktuell reagieren. Wenn es mal brennt, tatsächlich oder metaphorisch, ist das Netz schneller: „Onlinejournalismus im Netz bedeutet für mich: Berichterstattung direkt nach einem wichtigen lokalen Ereignis im Netz“, sagt Marcus Schwarze, bei der Rhein-Zeitung in Koblenz für den Internetauftritt rhein-zeitung.de verantwortlich. Carsten Vogel betont „die Möglichkeit, Geschichten mediengerecht darzustellen, damit lokale und regionale Themen noch mehr Tiefe und Nutzwert erhalten“. Vogel ist Online-Redakteur bei den Westfälischen Nachrichten in Münster.

Das sind gewichtige Argumente für Lokalberichterstattung im Internet. Bei aktuellen Ereignissen erwarten die Leser zurecht Informationen und Einordnungen vor dem nächsten Morgen. Was bei überregionalen Themen normal ist, sollte auch im Lokalen selbstverständlich sein. Und: Das Netz kann Geschichten anders erzählen. Nicht nur im Bild, sondern auch im Bewegtbild. Nicht nur mit Text, sondern etwa auch mit interaktiven Elementen, die dazu einladen, ein Thema spielerisch zu entdecken. Dazu kommt: Das Internet hat Rückkanäle, die unmittelbarer sind als der klassische Leserbrief. Nutzen Sie die Kommentare unter den Artikeln! Schreiben Sie Ihren Lokalredakteuren E-Mails! Nutzen Sie unsere Seiten auf Facebook! Machen Sie uns auf Geschichten aufmerksam! „The Medium is the Message“, das Medium ist die Botschaft, lautet der bekannteste Satz Marshall McLuhans. Frei interpretiert: Wenn man die gleiche Botschaft über ein anderes Medium transportiert, verändert das die Botschaft. Auf den lokalen Raum bezogen: Wir reden miteinander, seit eh und je. Wir haben seit 150 Jahren Zeitungen, die uns helfen, Geschichten zu erfahren und das Erfahrene zu verstehen. Und jetzt haben wir das Internet als lokale Plattform. Wir beim sh:z sind gespannt, was sich daraus entwickelt. Begleiten Sie uns dabei. Und fordern Sie uns.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 03:56 Uhr

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