Polizeieinsatz und Pyrotechnik : SHFV-Pokal-Finale: Sicherheitsdebatte nach Lübeck-Sieg gegen Holstein Kiel

Stolze Pokalsieger: Die Lübecker Marcello Meyer (li.) und Christopher Kramer.
Stolze Pokalsieger: Die Lübecker Marcello Meyer (links) und Christopher Kramer.

Die Vorfälle rund um den Pokal-Coup des VfB Lübeck schlagen hohe Wellen. Der SHFV rechnet mit Strafen für die Finalisten.

shz.de von
17. Juli 2015, 09:45 Uhr

Der Außenseiter VfB Lübeck feiert seinen Sieg im SHFV-Pokal, Holstein Kiel ärgert sich über ein verlorenes Finale – doch rund um die Partie stehen auch in der Nachbetrachtung die Sicherheitsaspekte im Mittelpunkt. Ein großer Polizeieinsatz im Lübecker Fanblock sowie der massive Einsatz von Pyrotechnik auf beiden Seiten hatten das Finale überschattet und für eine 38-minütige Spielverzögerung gesorgt.

Bei den Lübecker Aktiven spielte das erst einmal keine Rolle. „Gegen meinen alten Verein das Siegtor zu machen – davon habe ich vorher geträumt“, freute sich Christopher Kramer, der in der 17. Minute per Kopfball das entscheidende 1:0 erzielt hatte. „Einen schöneren Einstand hätte ich mir nicht wünschen können“, sagte der aus Neumünster verpflichtete Stürmer. Trainer Denny Skwierczynski lobte sein Team, das „mit einer konzentrierten Leistung Werbung in eigener Sache betrieben“ habe. Gleichzeitig stellte er fest: „Es ging um Titel, Prestige und Prämie – aber überbewerten dürfen wir den Sieg nicht.“

Die Kieler blieben unter ihren Möglichkeiten. „Wir waren nicht entschlossen genug. Der letzte Pass in die Spitze ist kaum einmal angekommen“, kritisierte Holstein-Kapitän Marlon Krause. „Dazu haben wir ein dummes Gegentor nach einem Standard bekommen.“ Trainer Karsten Neitzel hatte die Pleite ebenfalls die Laune verdorben. „Auch wenn es nicht mehr um so viel ging – das nervt mich“, sagte er. Auswirkungen auf den in zehn Tagen beginnenden Liga-Alltag befürchtet Neitzel jedoch nicht.

Die Vorfälle vor und während der Partie werden dagegen noch Nachwirkungen haben – auch wenn es im Gegensatz zum Finale von 2011 keine gewalttätigen Auseinandersetzungen gab. „Das Sportgericht wird sicher wegen der Pyrotechnik Strafen gegen beide Vereine aussprechen“, sagte SHFV-Geschäftsführer Jörn Felchner. Weitere Konsequenzen sollen in Ruhe beraten werden. Im Gegensatz zu SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer, der in seiner Enttäuschung über die VfB-Fans („Solche Fans hat diese tolle Mannschaft nicht verdient“) über einen Wechsel des Pokal-Spielorts sinnierte, relativierte Felchner: „Es soll niemand sagen, dass so etwas nicht auch in anderen Stadien möglich wäre.“

Beim VfB zeigte man sich enttäuscht über das Vorrücken der Polizei in den Fanblock, obwohl „über den Fanbeauftragten und den Sicherheitsdienst bereits eine andere Lösung gefunden worden war“. Gleichzeitig kündigte VfB-Vorstandssprecher Thomas Schikorra mit Blick auf die eigenen Fans an: „Wenn wirklich Taschen mit verbotenem Material aus dem Fandorf über den Zaun in den Block gebracht wurden, ist das ein Vertrauensbruch, der Konsequenzen haben wird.“

Über eine erfreuliche Zahl durfte sich derweil der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) freuen: 8789 Zuschauer verfolgten die Übertragung der Partie im Livestream auf shz.de.

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