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Lokalradios : SH: Fünf neue Radiosender ab 2015

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Die neuen Lokalradios sollen nur im Norden des Landes ihre Programme ausstrahlen können. Unter anderem in Flensburg.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 17:51 Uhr

Kiel | In fünf Regionen in Schleswig-Holstein können ab 1. Januar Lokalradios auf Sendung gehen. Die dafür notwendige Änderung des Medienstaatsvertrags haben Ministerpräsident Torsten Albig und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (beide SPD) bereits unterschrieben. Zwar muss der Landtag noch zustimmen – die Abstimmung im Dezember gilt jedoch als Formsache.

Vorgesehen sind fünf Frequenzen, über die zwei kommerzielle Sender in den Regionen Sylt/Südtondern und Ratzeburg/Lübeck und drei nicht-kommerzielle Radios in Flensburg, Neumünster und Rendsburg/Eckernförde ihre Programme ausstrahlen können. Der Süden des Landes wurde bewusst ausgespart, um Überschneidungen mit Hamburger Sendern zu vermeiden. Neben lokalen und regionalen Inhalten sollen die Sender auch Regional- und Minderheitensprachen wie Friesisch, Dänisch und Plattdeutsch in ihren Programmen berücksichtigen.

Scharfe Kritik an der Staatsvertrags-Änderung kommt von der CDU. Der medienpolitische Sprecher der Landtags-Fraktion, Axel Bernstein, nannte sie gegenüber unserer Zeitung eine „Totgeburt“. „Die Zuschnitte der Regionen sind für einen erfolgreichen kommerziellen Betrieb zu klein.“ Dass es nur zwei gewerbliche Sender geben dürfe, hält er zudem für rechtlich angreifbar: „Wie würde ein Gericht urteilen, wenn ein dritter Sender klagt?“

Für problematisch hält Bernstein auch die Ausgangslage der freien Radios. Diese können zwar aus Mitteln der Medienstiftung gefördert werden – aber lediglich bei den Kosten für Technik oder Gema-Gebühren. „Einerseits“, so Bernstein, „will die Koalition mehr lokale Berichterstattung, andererseits schafft sie einen Rahmen, der einen erfolgreichen Betrieb von Sendern nicht zulässt“.

Diese Bedenken hat Roland Michels nicht. Der ehemalige RSH-Moderator steht bereits mit seinem „Radio 88.5“ in Breitenfelde (Kreis Herzogtum Lauenburg) in den Startlöchern, um rund um Ratzeburg und Lübeck auf Sendung zu gehen. Bislang sendet er über das Internet. „Wir haben schon mit vielen Werbe-Interessenten gesprochen. Sie sehen die Chance, über uns ihre Kunden gezielter und ohne Streuverluste anzusprechen“, sagt Michels. Er sucht bereits Moderatoren und Redakteure.

Auch auf der Insel Sylt ist der kommerzielle Sendeplatz begehrt, mit Syltfunk und Antenne Sylt gibt es derzeit mindestens zwei Interessenten. „Sylt ist anders als andere Landesteile auch für überregionale Werbekunden interessant“, sagt Syltfunk-Chef Stefan Hartmann, der seit langem um eine dauerhafte Sendefrequenz kämpft.

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