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Bilanz des Einzelhandelsverbands : SH: Das Weihnachtsgeschäft ist noch nicht vorbei

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Einzelhandelsverband Nord in Kiel zieht eine zufriedene bis durchwachsene Weihnachtsbilanz. Abzuwarten bleibt nun aber noch das „große Gutschein-Eintauschen“ vor dem Wochenende.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Kiel/Husum | „Die Bilanz ist durchwachsen, insgesamt beschert das Weihnachtsgeschäft dem Handel in diesem Jahr aber ein leichtes Plus“, so lautet die Prognose von Monika Dürrer vom Einzelhandelsverband Nord in Kiel. Selbst am Heiligen Abend klingelten noch die Kassen. „Da waren nicht nur die letzen Panikkäufer zum Beispiel in Parfümerien unterwegs, auch die Lebensmittelabteilungen waren bestens besucht.“

Trotz alledem sei es zu früh für eine Schlussbilanz, „denn die letzte Messe ist noch nicht gesungen, jetzt beginnt nämlich das große Gutschein-Eintauschen“. Die beiden Werktage vor dem nächsten Wochenende nutzen die Schleswig-Holsteiner, um Geschenke zurück in die Geschäfte zu tragen, bei denen sich der Weihnachtsmann geirrt hat. Dürrer: „Der Anteil der Geldgeschenke unter dem Tannenbaum nimmt seit einigen Jahren rapide zu, das werden wir heute in den Innenstädten merken, zumal viele Menschen noch frei haben.“

„Insgesamt waren die Händler zufrieden“, so Dürrers Eindruck nach einem Rundruf bei ausgewählten Verbandsmitgliedern am Heiligen Abend. Für landesweite Rekord-Umsätze hatte es in den letzten Wochen doch zu viele belastende Faktoren für das Weihnachtsgeschäft gegeben. „Ein schleppender Anfang, dann zwei Tage Totentanz in den Innenstädten wegen des Sturms ‚Xaver‘ und bis zuletzt zu hohe Temperaturen für die Bekleidungsbranche“, so ihre Diagnose. Diese Faktoren hätten ein wirklich herausragendes Ergebnis verhindert.

Dennoch – Peter Cohrs, Inhaber des Modehauses C. J. Schmidt in Husum, ist zufrieden: „Wenn man die Sturmtage abzieht, war das ein sehr, sehr gutes Weihnachtsgeschäft, besser als erwartet. So wurden wir am 23. Dezember noch geradezu umgelaufen.“ Der Husumer Modehaus-Inhaber hat zudem in diesem Jahr eine neue Beobachtung gemacht: „Wir haben den Eindruck, dass es beim Online-Handel-Boom eine Beruhigung gibt. Gerade im Weihnachtsgeschäft ist offenbar für den Kunden das persönliche Gespräch mit dem Verkäufer wichtig.“ Vor allem Jeans hätten ein Revival erlebt, Kaschmir-Pullover seien auch gut gegangen „und Hemden und Blusen mit Mustern sind sowieso immer beliebte Weihnachtsartikel“. Weniger gut als erwartet sei es bei den Betten gegangen.

Und noch etwas hat Cohrs beobachtet: „Die Leute sind bereit, mehr Geld für Qualität auszugeben – das spüren wir schon länger.“ Letzteres habe auch etwas mit der Positionierung der Mitglieder der Werbegemeinschaft, dem Zusammenschluss der Geschäfte in der Husumer Innenstadt, zu tun.

Während große Innenstädte gut besucht waren, fiel die Bilanz in kleineren Städten und Nebenlagen eher durchwachsen aus. Hier sei der Kundenzulauf eher schwach gewesen. Dürrer vermutet als Grund: „Weihnachtsmärkte kristallisieren sich immer mehr zu einem Magnet, der Menschen anlockt.“ Allerdings könne damit die Umsatzverlagerung ins Internet nicht aufgefangen werden, so Dürrer.

Anders als in den Vorjahren spielte Elektronik-Geschenke 2014 nicht mehr die herausragende Rolle. Auch Bekleidung liege seltener unterm Baum. „Neu ist der Trend zu hochwertigen Lebensmitteln, zum Beispiel zu teuren Olivenölen“, so Dürrer.

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