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Selbst ist der Fluggast

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erstellt am 14.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Hamburg | Nein, Sicherheitskontrollen ganz ohne Personal werde es wohl niemals geben, beruhigt Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler. Dennoch: Der Airport setzt alles daran, die Abfertigung und Sicherheitschecks von Fluggästen und Gepäck zu automatisieren. Heute macht Deutschlands fünftgrößter Flughafen dazu einen weiteren Schritt. Erstmals werden an einer Kontrolllinie die Bordkarten nicht mehr von Sicherheitskräften aus Fleisch und Blut geprüft, sondern von einem Lesegerät. An dem neuen Fast-Lane-Zugang scannt der Fluggast das Boarding-Ticket selbst auf einem Sichtfenster ein - ist alles okay, öffnet sich sodann die Schleuse wie von Geisterhand. "Das erspart den Kunden Wartezeit", so Eggenschwiler, der die Neuerung gestern vorstellte.

Bewährt sich die Technik im Probebetrieb, soll Computer-Boarding nach und nach an allen Kontrollstellen Einzug halten. Der Flughafen-Geschäftsführer: "Fernziel ist eine weitgehend automatisierte Sicherheitskontrolle." Und: Die nächste Etappe hin zur personallosen Abfertigung ist bereits angekündigt. In wenigen nächsten Wochen soll die erste vollautomatische Gepäckaufgabe in Betrieb gehen. Dann wird nicht mehr das Bodenpersonal am Schalter die Koffer entgegennehmen, sondern eine Maschine.

Das erste automatische Bordkartengerät ist Bestandteil von vier neuen Kontrolllinien, die ebenfalls ab heute zur Verfügung stehen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Passagierzunahme erhöhen der Airport und die Bundespolizei damit die Zahl der Sicherheitsschleusen für Reisende und Handgepäck auf 24. Täglich durchlaufen in Fuhlsbüttel durchschnittlich 19 000 Passagiere den Sicherheitscheck.

Entstanden sind die zusätzlichen Linien in der Airport Plaza direkt am Terminal 2. Eggenschwiler: "Der Weg für Passagiere wird damit noch kürzer." In die neuen Sicherheitsdurchgänge haben Airport und Bundespolizei insgesamt rund fünf Millionen Euro investiert.

Die zusätzlichen Linien brächten ein Plus an Komfort für alle Beteiligten, freute sich Thomas Osterroth, Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover. Es gibt erkennbar mehr Platz für Passagiere und die Luftsicherheitsassistenten, die für die Kontrollen zuständig sind. Die Förderbänder wurden auf rückenfreundliche 90 Zentimeter erhöht. Körperkontrollen erfolgen sichtgeschützt in Halbkabinen.

Am Durchleuchten des Handgepäcks in der Röntgenanlage hat sich nichts geändert - mit einer Ausnahme. Bundespolizeipräsident Osterroth: "Die Geräte sind in der Lage, auch Flüssigkeiten auf gefährliche Substanzen zu überprüfen." Aktiviert wird diese Funktion allerdings erst Anfang 2014. Dann soll die Mitnahme von Flüssigkeiten an Bord schrittweise wieder erlaubt werden.

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