Schwiegervater nach "banalem Streit" zerstückelt und verscharrt

Suchtrupps fanden  Körperteile am Fundort in der Nähe Rahlstedts. dpa
Suchtrupps fanden Körperteile am Fundort in der Nähe Rahlstedts. dpa

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19. Januar 2013, 01:14 Uhr

Hamburg | Augenzeugen gab es keine, Spuren kaum. Der zerstückelte Leichnam befand sich im Zustand fortgeschrittener Verwesung, so dass die Todesursache nicht zu ermitteln war. Und dennoch: Die Fahnder der Hamburger Mordkommission hatten im Fall der zerstückelten Leiche vom Höltigbaum den richtigen Riecher. Den Mörder des Rentners Karl Heinz K. (85) hatten sie von Beginn an in dessen Familien- oder Bekanntenkreis vermutet. Nun hat die Lebensgefährtin von K.s Sohn die Tat zugegeben. Polizeisprecher Andreas Schöpflin: "In ihrer Vernehmung legte die Beschuldigte ein umfassendes Geständnis ab und räumte ein, den 85-Jährigen nach einem Streit erwürgt zu haben." Anschließend habe die Frau die Leiche zersägt und im Naturschutzgebiet nahe der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein vergraben. Was selten geschieht: Die Polizei selbst spricht stolz von einem "herausragenden Ermittlungserfolg".

Am Anfang des mysteriösen Falles hatte ein grausiger Fund gestanden. Am 7. Oktober vorigen Jahres entdeckte ein Spaziergänger im Gebüsch einen abgetrennten Arm. Suchtrupps fanden weitere Körperteile, die augenscheinlich von einem älteren Mann stammten. Ein paar Tage darauf stand fest: Bei dem Toten handelt es sich um den ehemaligen HVV-Busfahrer K., der rund 1,5 Kilometer vom Fundort entfernt in Rahlstedt lebte. Seine Familie hatte ihn am 16. September vermisst gemeldet, erst eine Woche nach dem letzten Lebenszeichen des Mannes. Nun steht fest: Karl-Heinz K. war bereits an jenem 9. September in seinem eigenen Haus von der Schwiegertochter erwürgt worden.

Auslöser der Tat war laut Schöpflin ein "banaler Streit", der sich beim Ausräumen des Geschirrspülers zwischen dem Rentner und der 45-Jährigen entzündet hatte. K. habe die Frau "in erniedrigender Weise beleidigt und beschimpft". Daraufhin habe diese ihren Schwiegervater erdrosselt. Es war beileibe nicht der erste Streit. Andere Familienmitglieder beschreiben K. als Haustyrann. Seine Ehefrau (77) hatte sich schon vor längerer Zeit von ihm getrennt, lebte aber weiter in einer Wohnung im selben Haus.

Noch ermittelt die Kripo, ob der Sohn (41) des Opfers von der Tötung gewusst, eventuell auch bei der Beseitigung der Leiche geholfen hat. Nach der Identifizierung seines toten Vaters hatte der arbeitslose Kunstmaler im Interview noch gesagt: "Ich bin immer der Letzte, der so was erfährt."

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