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Schüsse auf der Straße: Wer wollte "Taxi" töten?

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erstellt am 21.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Neumünster | Es soll ein schöner Abendspaziergang durch die Böcklersiedlung in Neumünster werden: Eine Mutter ist mit ihrem Kleinkind und ihren drei Hunden unterwegs. Doch dann schießt plötzlich ein Unbekannter auf die Tiere. Ein Irish Setter wird getroffen. Er ringt mit dem Tod.

Sandra Preuß (38) ist immer noch völlig geschockt, wenn sie an Freitagabend denkt. Gegen 19 Uhr geht sie mit ihren drei älteren Settern spazieren. Sohn Kian (2) fährt fröhlich auf seinem Laufrad hinterher. Sie will gerade ihre recht ruhige Hündin Taxi zum Spielen animieren und beugt sich zu dem siebenjährigen Tier herunter. "Plötzlich nahm ich ein zischendes Pfeifen wahr, und gleich darauf schrie Taxi laut auf, brach blutend zusammen", beschreibt Preuß. Wenig später ist ihr klar, dass ihre Hündin vermutlich von der gegenüberliegenden Straßenseite aus angeschossen wurde - mitten im Wohngebiet. Sofort nimmt sie ihren kleinen Sohn und die anderen beiden Hunde und rennt mit ihnen die Straße entlang - "nur raus aus der Schusslinie", sagt sie. Dann alarmiert sie die Polizei. "Noch bevor die Ermittler vor Ort eintrafen, kam eine junge Frau hinzu und erzählte, dass ihr kürzlich etwas Ähnliches passiert sei", sagt Preuß. Nur wurde damals niemand getroffen, so dass die Passantin auf eine Anzeige verzichtet habe.

Hündin Taxi hingegen musste noch am selben Abend operiert werden. Doch der Tierarzt konnte das Projektil nicht finden. Weil sich der Zustand des Hundes zusehends verschlechterte, brachte Sandra Preuß ihn am Sonnabend in die Tierklinik nach Wasbek. Tierarzt Dr. Johannes Frahm operierte erneut. Denn: "Das Projektil war auf dem Röntgenbild deutlich zu sehen. Es steckte mitten im Hund. So einen langen Weg kann es nicht zurücklegen, ohne etwas im Körper zu zerstören", erklärt der Veterinär. Das Projektil hat den Dünndarm der Hündin an fünf Stellen durchschlagen und ist schließlich in der Darmwand stecken geblieben. "Die Verletzung hätte zum Tod geführt", fasst der Tierarzt zusammen. "Über den Berg ist sie noch nicht."

Das Projektil, das in der Klinik entfernt werden konnte, ist ein sogenannter Spitzkopf-Diabolo mit besonders hoher Durchschlagskraft. "Bei einem Menschen hätte dieses Geschoss ähnliche Verletzungen verursacht", so Dr. Johannes Frahm. Somit schwebten auch Sandra Preuß und ihr kleiner Sohn, nur knapp einen Meter von der Hündin entfernt, in höchster Gefahr. Die geschockte Frau warnt jetzt die Bewohner der Siedlung vor dem Heckenschützen. Die Polizei in Neumünster ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und gegen das Waffengesetz.

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