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15-Jährige aus Itzstedt : Schülerin will nicht zurück zu ihrer Familie

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sie prostituierte sich über das Internet – mit Hilfe ihres Nachbarn. Nachdem sie von ihrer Familie gefunden wurde, will die 15-Jährige Schülerin aus Itzstedt nicht nach Hause zurückkehren.

Itzstedt | Die 15 Jahre alte Schülerin, die vergangene Woche mit ihrem Campingplatz-Nachbarn durchgebrannt war, will nicht zu ihrer Familie zurück. Das Mädchen aus Itzstedt (Kreis Segeberg) hatte sich bei Sex-Auktionen im Internet angeboten und war in Rastatt (Baden-Württemberg) aufgespürt worden, nachdem die Familie mitgeboten hatte.

Mittlerweile befindet sich die Schülerin in der Obhut des Jugendamts Bad Segeberg und wird von dort vorerst weiter betreut. „In Gesprächen hat es Signale gegeben, dass sie nicht wieder nach Hause möchte“, erklärte Jugendamtsleiter Manfred Stankat. Dem Willen des Kindes messe man Gewicht bei und werde dessen familiäre Situation überprüfen.

Die Schülerin hatte mit ihrer Mutter dauerhaft auf einem Campingplatz gelebt, ihr Verschwinden gemeinsam mit dem Nachbarn Klaus Bernd G. (63), einem Frührentner, geplant und umgesetzt. Gegen ihn wird wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger ermittelt. Er sitzt in U-Haft.

Was aber hat das Mädchen angetrieben? Bernd Heinemann vom Kinderschutzbund Bad Segeberg: „Wird das Bedürfnis nach Geborgenheit und Bestätigung innerhalb der Familie verwehrt, wird es woanders gesucht.“ Auch das Anbieten von Sex könnte ein Ruf danach sein, wahrgenommen zu werden. In der Fachliteratur wird auffälliges sexualisiertes Verhalten oft auf frühere Missbrauchserfahrungen zurückgeführt.

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erstellt am 18.Sep.2014 | 08:45 Uhr

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