zur Navigation springen

Schleswig-Holsteiner im Schnitt 14 Tage krank

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Husten und Schnupfen haben die Bilanz verhagelt: Weil es 2013 gleich mehrere Erkältungswellen gab, stieg der Krankenstand der in Schleswig-Holstein bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) Versicherten von 3,8 auf 3,9 Prozent. Trotzdem scheinen die Menschen zwischen Nord- und Ostsee relativ robust zu sein, denn selbst mit diesem leicht erhöhten Wert liegen sie noch unter dem Bundesschnitt von vier Prozent.

Durchschnittlich waren die DAK-Versicherten in Schleswig-Holstein 14,4 Tage arbeitsunfähig. Muskel- und Skelett-Erkrankungen (22 Prozent), psychische Probleme (15,5 Prozent) und Erkältungskrankheiten (15,3 Prozent) spielten dabei die größte Rolle. „Für Betriebe sind langwierige psychische Erkrankungen schwerer auszugleichen als kurzzeitige Erkältungen“, gab DAK-Landeschefin Regina Schulz zu Bedenken.

Die meisten Fehltage hatten die Mitarbeiter im Gesundheitswesen (Altenpfleger und Krankenschwestern) sowie im öffentlichen Dienst. Sie kamen 2013 auf eine Quote von 4,8 beziehungsweise 4,3 Prozent. Am gesündesten sind offenbar Mitarbeiter im Bereich der Rechtsberatung und Unternehmensdienstleistungen (3,2 Prozent) sowie im Bereich Bildung, Kultur und Medien (2,9 Prozent).

Im Auftrag der Kasse hat das Berliner Iges Institut die Situation der sogenannten Rush-Hour-Generation untersuchen – Menschen zwischen 25 und 39 Jahren, die besonders stark vielfältige Anforderungen aus Beruf und Familie bewältigen müssen.


Elterngeneration gesünder


Das überraschende Fazit: Trotz der Belastungen fallen Männer und Frauen in dieser Altersgruppe sogar seltener aus als jüngere Kollegen und sind kürzer krankgeschrieben als die Älteren. Dennoch sind die 25- bis 39-Jährigen besonders stark beansprucht, sagte Schulz mit Hinweis auf verlängerte Ausbildungszeiten, späteren Berufseinstieg und den Trend zu immer späterer Elternschaft „Damit sie bis zum 67. Lebensjahr produktiv bleiben, sollten Arbeitgeber nachhaltiger in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren.“ In Sachen Familienfreundlichkeit gebe es noch Nachholbedarf, gab die DAK an. Sehr oft gingen Angebot und Nachfrage deutlich auseinander: So meinten mehr als zwei Drittel der erwerbstätigen Eltern, Gleitzeit würde ihren Alltag erleichtern, aber nur ein Drittel könne ein entsprechendes Angebot nutzen. 55 Prozent wünschten sich Betriebskitas, doch nur acht Prozent könnten diese in Anspruch nehmen. „Gute Familienpolitik ist gute Gesundheitspolitik“, mahnte Schulz.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert