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„Schleswig-Holstein ist eine begnadete Region in Europa“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

2014 war ein Spitzenjahr für die Landwirtschaft, die Getreideernte liegt mit drei Millionen Tonnen 27 Prozent über dem Vorjahr. „Das sind in vielen Bereichen die höchsten Erträge, die jemals im Schleswig-Holstein erzielt wurden“, sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gestern in Rethwisch. Allerdings trug neben den fast optimalen Wetterbedingungen auch eine um sieben Prozent größere Anbaufläche (290 000 Hektar) zu den guten Ergebnissen bei.

Auf dem Hof Poppinga in Rethwisch im Kreis Stormarn, Ort für die Erntepressekonferenz, lagen die Erträge ziemlich genau im Landesdurchschnitt. „Leider haben auch wir beim Weizen nur einen Proteingehalt von zwölf Prozent “, sagte Martina Poppinga. Die 28-Jährige leitet den Hof seit 2011 zusammen mit ihrem Vater Jens Poppinga. Der Proteingehalt bestimmt die Backqualität des Getreides und damit den Preis. Und die Preise sind aufgrund weltweit recht guten Ernten unter Druck. 16,50 Euro werden zurzeit für Brotweizen gezahlt, 17,50 Euro waren es 2013, so Landwirtschaftskammerpräsident Claus Heller. Wintergerste, -Roggen und Triticale liegen mit maximal 14,50 Euro ebenfalls unter dem Vorjahr, genauso sieht es beim Raps aus.

Dass Schleswig-Holstein eine „begnadete Region in Europa ist, wo solche Erträge möglich sind“, sagte Bauernverbandspräsident Werner Schwarz vor allem mit Blick auf europäische Regelungen für Grundwasserschutz. Diese hatte Deutschland auf die lange Bank geschoben und müssen nun in der Düngeverordnung umgesetzt werden. Schwarz hält aber einen bundeseinheitlicher Wert für Stickstoff-Überschuss für „völlig überzogen“. „Wir haben hier völlig andere klimatische Bedingungen als in Bayern.“ Das Problem: Jener Stickstoff, den die Pflanzen nicht aufnehmen, wird ausgewaschen und gelangt in den Boden. Wenn zu wenig gedüngt wird, verhungere die Pflanze allerdings.

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erstellt am 20.Aug.2014 | 12:38 Uhr

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