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Schatzsucher stößt auf Leiche von vermisstem Rentner

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Klaus-Heinrich Just lag im Unterholz der Kanalböschung / Ermittler schweigen zur Todesursache

Die Ermittler haben kaum noch Zweifel: Klaus-Heinrich Just (82) aus Kiel ist wohl tot. „Bei der Leiche, die Dienstagabend am Nord-Ostsee-Kanal entdeckt worden ist, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den seit knapp drei Wochen vermissten Rentner“, erklärte Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Letzte Sicherheit werde ein DNA-Test bringen, dessen Ergebnis heute vorliegen soll.

Wann und wie Just starb, sagen die Ermittler nicht. Bieler: „Die Verwesung erschwert die Feststellung dazu. Außerdem wollen wir kein Täterwissen preisgeben.“

Eine 20-köpfige Mordkommission kümmert sich um den Fall. Ein Mantrailer-Spürhund hatte die Beamten bereits vor Tagen fast zum Fundort geführt. Er blieb auf der Alten Levensauer Hochbrücke stehen. Polizeitaucher und ein Hubschrauber suchten daraufhin im und am Kanal nach dem Vermissten. Doch erst der Zufall half den Ermittlern: Bei einer Schatzsuche per GPS, dem sogenannten Geocaching, stieß ein Mann am Dienstag kurz vor 18 Uhr auf die Leiche. „Sie lag auf der Nordseite der Alten Levensauer Hochbrücke im Unterholz“, so Polizeisprecher Bernd Triphahn. Sehr wahrscheinlich sei der Tote dort abgelegt, nicht von der Brücke geworfen worden. Spuren äußerer Gewalt seien zunächst nicht zu erkennen gewesen.

Experten der Spurensicherung arbeiteten über Stunden am Fundort, gossen unter anderem Reifenspuren mit Gips aus. Erst nach Mitternacht wurde der Tote von einem Bestatter abgeholt und in die Rechtsmedizin gebracht.

Der Wohnort von Just im Stadtteil Suchsdorf liegt nur vier Kilometer vom Fundort seiner Leiche entfernt. Unter Mordverdacht sitzt der Kieler Stefan M. (45) in U-Haft. Seine Ehefrau (50) arbeitete als Haushaltshilfe bei dem Rentner. Der arbeitslose M. soll den verwitweten, gehbehinderten Senior ermordet und mit dessen EC-Karte insgesamt 3000 Euro abgehoben haben – vermummt mit einem Motorradhelm.

Wer ist der Tatverdächtige? Er stammt aus der Nähe von Stuttgart und soll der Polizei dort bereits durch Straftaten aufgefallen sein. Vor zehn Jahren kam er nach Schleswig-Holstein, wo er wegen Kfz-Hehlerei und Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden sein soll. Stefan M. lebte mit seiner Ehefrau in einem Mehrfamilienhaus, zehn Gehminuten von Just entfernt. Beide mieden den Kontakt zu ihren Nachbarn. Den schwarzen Golf GTI, den M. laut Polizei für die Fahrten zu den Banken nutzte, hat er vor zwei Jahren neu gekauft. Woher das Geld stammte, ist unklar. Und zu den Vorwürfen schweigt Stefan M. weiter.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 00:32 Uhr

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