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Personal-Probleme : Saisonstart im Gastgewerbe – und 1000 Fachkräfte fehlen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erste Betriebe müssen bereits ihr Angebot reduzieren – denn es fehlt am Personal. Schließungen wegen Personalmangels sind möglich. Kampagnen setzen auf junge Leute aus Südeuropa.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 12:12 Uhr

Glückstadt | Mit erheblichen Personal-Problemen hat das Gastgewerbe in Schleswig-Holstein zu kämpfen: Etwa 1000 Arbeitskräfte fehlen für die kommende Saison im Urlauberland zwischen den Meeren. „Wir haben nicht so viele Mitarbeiter, wie wir brauchen – und es fehlen Azubis.“

Mit klaren Worten übergab Peter Bartsch (63) auf der Delegiertenversammlung in Glückstadt die Führung des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Schleswig-Holstein an seinen Nachfolger Axel Strehl (52) aus Ahrensburg. Der scheidende Präsident berichtete von gastronomischen Betrieben, die aus Personalmangel bereits ihr Angebot reduzieren müssen. So hätten einige den Mittagstisch eingestellt, weil für einen Zwei-Schicht-Betrieb in der Küche die Mitarbeiter fehlen. „Oder es wird den Gästen nur noch ein Büfett angeboten.“

Bartsch geht sogar davon aus, dass es durch den Fachkräftemangel zu Betriebsschließungen kommen wird. „Allein an der Ostküste fehlen derzeit 400 bis 500 Fachkräfte.“ Und zwar nicht nur in den Küchen, sondern auch im Servicebereich. „Wir werden den gewohnten Service nicht mehr bieten können.“ Wobei die Betriebe, so Bartsch, in diesem Bereich durch die Anstellung von Aushilfskräften etwas flexibler sind als in der Küche.

Verschärft wird die ohnehin schon angespannte Lage durch den seit Jahren chronischen Azubi-Mangel. So fehlen für das neue Lehrjahr mit 2500 bis 2800 Ausbildungsplätzen noch fast 1000 Bewerber. Mit verschiedenen Aktionen bemühen sich die Gastronomen, Lehrlinge für ihre Betriebe zu gewinnen. Große Hoffnung setzte Bartsch auf junge Menschen aus dem Krisenstaat Griechenland. Es gab bereits Kontakte auf den Inseln der Süd-Ägäis. Nach einem Dehoga-Aufruf hatten vorigen Sommer zahlreiche Restaurants und Hotels Interesse bekundet,  jungen Griechen eine Ausbildung anzubieten. Es standen 70 Plätze zur Verfügung. „Doch es kam Null dabei raus, kein junger Grieche wollte zu uns“, berichtete Bartsch enttäuscht.

Besser scheint es mit Spanien zu laufen. So wird demnächst eine Gruppe junger Spanier in Dithmarschen erwartet. Bartsch betonte, dass die jungen Ausländer wirklich unterstützt werden und vor ihrer endgültigen Entscheidung auch ein Praktikum absolvieren können.

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