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Rund um Hamburg wollen Menschen flüssigeren Nahverkehr

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nichts ist so gut, als dass es nicht besser werden könnte – auch nicht die Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg. In der ersten großangelegten Befragung von Bewohnern und Unternehmern der Vier-Länder-Region zeigt sich eine Mehrheit zwar zufrieden mit dem Leben im Großraum. Zugleich klagen Teilnehmer aber über eine Vielzahl von Schwachstellen und machen Verbesserungsvorschläge. Die meiste Kritik gibt es an Defiziten beim ÖPNV, an fehlenden Absprachen bei Straßenbaustellen sowie am Kirchturmdenken beim Besuch von Schulen, Kitas und Berufsschulen über die Landesgrenzen hinweg. Die Metropolregion mit fünf Millionen Bewohnern berührt vier Bundesländer und reicht von der Ost- bis zur Nordsee.

„Öffentliche Dienstleistungen sollten sich nicht an Verwaltungsgrenzen, sondern an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger und Unternehmen ausrichten“, schlussfolgert Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Vorsitzender der Initiative pro Metropolregion Hamburg (IMH) – Auftraggeber der Umfrage. Die Befragung unter dem Titel „Wo drückt der Schuh“ soll dafür die Munition liefern. Knapp 1700 Personen beteiligten sich an der Erhebung im Internet. Ergebnis: Die meisten Befragten leben gern in der Metropolregion, loben vor allem Freizeitwert und Verkehrserschließung. Aber: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) empfinden die vielen Verwaltungsgrenzen in ihrem Alltag als Hemmnis, unter den Pendlern sind es gar zwei Drittel (67 Prozent).

Konkret monieren die Teilnehmer unter anderem, dass Schulbesuche im benachbarten Bundesland nur schwer möglich sind. Auch kritisieren viele Bürger Lücken im U- und S-Bahnnetz. Weitere Top-Forderungen der Umfrage: Bürger wollen Behördengänge überall in der Metropolregion erledigen können, nicht nur am Wohnort. Die Bundesländer sollen sich bei Großbaustellen besser absprechen.

Trotz aller Einigkeit beim Wunsch nach mehr Miteinander: Die Umfrage fördert auch Ernüchterndes zutage. Nach fast 20 Jahren Metropolregion kann darin nur ein Drittel der Befragten eine gemeinsame Identität ausmachen.

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