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Lagebericht des BKA : Rockerbanden bleiben in SH trotz Verbots aktiv

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Immer mehr kriminelle Banden treiben in Deutschland ihr Unwesen. Schleswig-Holstein bleiben die kriminellen Rocker treu.

Berlin/Kiel | Das Bundeskriminalamt (BKA) schlägt Alarm: In Deutschland operieren immer mehr kriminelle Banden, die zum Teil aus dem Ausland geführt werden. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht zur Organisierten Kriminalität hervor, den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin vorgestellt hat.

So sollen zum Beispiel ehemalige KGB-Offiziere Einbrecherbanden führen. BKA-Präsident Jörg Ziercke schätzt, dass sich in Deutschland aktuell etwa 20.000 Menschen aufhalten, die den größtenteils straff organisierten „russisch-eurasischen Gruppierungen“ angehören. „Sie werden verdächtigt, für einen Teil der rund 150.000 Wohnungseinbrüche im letzten Jahr verantwortlich zu sein.“

In Schleswig-Holstein beherrschen weiterhin kriminelle Rocker die dunklen Geschäfte. Die Abteilung Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt hat im vergangenen Jahr 19 Verfahren eingeleitet – zehn davon bearbeitete die „Soko Rocker“. Dabei ging es um Drogenhandel, Waffen- und Milieu-Kriminalität, also etwa Bedrohung und Erpressung. „Trotz der Verbote sind die Rockergruppen aktiv geblieben“, erklärt Stefan Jung, Sprecher des Landeskriminalamts.

Bei den übrigen Verfahren trugen die Kriminellen Nadelstreifen: So stand der ehemalige Geschäftsführer der Pinneberger RegioKliniken wegen Betrugs und Untreue vor Gericht, wurde bereits verurteilt. Eine Bande verkaufte Schrott-Immoblien, und eine Callcenter-Gang aus der Türkei legte Rentner mit falschen Gewinnen herein.

Nach Angaben von Jung ist im Bereich der Organisierten Kriminalität bislang nur die Spitze des Eisberges ans Licht gekommen, weil die Ermittler ausgelastet sind. Dabei ist jetzt schon deutlich, um wie viel Geld es geht. Bei den 19 Verfahren haben die Kriminellen einen Schaden in Höhe von 3,2 Millionen Euro verursacht und einen geschätzten Gewinn von 2,8 Millionen Euro gemacht. Die Polizei schöpfte einen Teil ab, beschlagnahmte Häuser, Autos und Bargeld im Wert von einer Million Euro.

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erstellt am 02.Okt.2014 | 07:56 Uhr

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