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Mordkommission ermittelt : Rentner in Kiel vermisst – Polizei glaubt an Verbrechen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Noch immer fehlt von Klaus-Heinrich aus Suchsdorf jede Spur. Die Polizei sucht fieberhaft nach dem Unbekannten, der mit der EC-Karte des Rentners Geld abhob.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Kiel | Sein Gesicht verbirgt er unter einem Motorradhelm, gelbe Arbeitshandschuhe verhindern, dass seine Fingerabdrücke zurückbleiben. So präpariert hebt ein Mann Geld mit der EC-Karte eines Rentners ab, der seit vergangenem Freitag verschwunden ist. Wo ist Klaus-Heinrich Just (82, Foto) aus Kiel? Die Mordkommission hat in dem mysteriösen Fall weiter keine Spur.

Mutmaßlich wurde der Rentner Opfer eines Verbrechens. Die Sorge der Ermittler: Klaus-Heinrich Just könnte irgendwo schwer verletzt liegen oder tot sein. Eine Hundertschaft suchte mit Spürhunden die Umgebung seines Hauses im Stadtteil Suchsdorf ab, Polizeitaucher stiegen in verschiedene Teiche.

Die wichtigsten Fragen, die jetzt geklärt werden müssen:

Wo ist Klaus-Heinrich Just dem Mann begegnet, der mit seiner EC-Karte in Kiel und in Sachsen-Anhalt 2000 Euro abgehoben hat? Der Rentner ist verwitwet, betreibt von seiner Wohnung aus das Unternehmen Filtertechnik Nord. Denkbar ist, dass einer seiner Kunden in den Fall verwickelt ist. Außerdem hatte Klaus-Heinrich Just vor kurzem eine Rücken-OP, vielleicht hat er im Krankenhaus eine Bekanntschaft geschlossen. Fakt ist: „In seiner Wohnung gibt es keine Kampfspuren“, so Polizeisprecher Bernd Triphahn. Am Freitag um 12 Uhr bekam der Rentner sein „Essen auf Rädern“ geliefert, alles war in Ordnung. „Die Vermisstenmeldung kam dann von einem Bekannten, der ihn nicht mehr erreichen konnte.“ Rollator und Gehstock, die der Rentner benötigte, lagen in der Wohnung. Sein Auto parkte an der Straße.

Wie kam der Mann an die PIN-Nummer der EC-Karte? Vorstellbar ist, dass dem Rentner die Geheimnummer abgepresst wurde. „Wir tendieren allerdings dazu, dass Herr Just sich die PIN irgendwo aufgeschrieben hat“, sagt Polizeisprecher Bernd Triphan.

Warum hob der Täter erst in Kiel und dann im 420 Kilometer entfernten Alsleben an der Saale (Sachsen-Anhalt) Geld ab? Die Abhebungen in Kiel erfolgten am Freitag gegen 16 Uhr und kurz nach Mitternacht am Sonnabend. Der Automat der Deutschen Bank in der Holtenauer Straße könnte mit Bedacht gewählt worden sein – dort gibt es keine Videoüberwachung. Gefilmt wurde der Motorrad-Mann dann in der Sparkassen-Filiale in Alsleben, dort hob er knapp 28 Stunden später am Sonntag um 3.44 und 3.47 Uhr jeweils 500 Euro ab. Ob mit der Fahrt nach Alsleben eine falsche Spur gelegt wurde oder ob der Täter aus Sachsen-Anhalt kommt, ist völlig unklar.

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