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Bauarbeiten am Wochenende : Rendsburger Kanaltunnel wird gesperrt – Polizei rechnet mit Chaos

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Weg über den und unter dem Nord-Ostsee-Kanal wird für Auto- und Lkw-Fahrer am Wochenende zur Geduldsübung. Grund sind Bauarbeiten am Kanaltunnel im Verlauf der Bundesstraße 77 in Rendsburg.

Rendsburg | Dem Land droht der Verkehrsinfarkt: Von morgen, 18 Uhr, bis Montag, 5 Uhr, wird der Rendsburger Kanaltunnel voll gesperrt, weil dort der Asphalt erneuert wird. Dazu bleibt die Rader Hochbrücke nur in je eine Richtung für Autos befahrbar, für Lastwagen ist sie ganz gesperrt.

„Eine vergleichbare Situation gab es mit Ausnahme der mehrstündigen Sperrung am 17. August noch nie. Wir rechnen mit Chaos“, sagt der Sprecher der Landespolizeiamtes, Lothar Gahrmann. „Es sind Ferien, in Dänemark ist Bettenwechsel.“ Gahrmann empfiehlt den Autofahrern, weiträumig auszuweichen – oder das Auto ganz stehen zu lassen (siehe Kasten). Die Polizei werde mit „deutlich mehr Beamten im Einsatz sein“, um den Verkehr umzuleiten.

Die Weströhre des Tunnels muss neu asphaltiert werden. Grund sind durch den Umleitungsverkehr von der A7 verursachte Schäden. Am schwersten angeschlagen ist das Mittelstück des Tunnels. Dort soll die Fahrbahn auf einer Länge von 140 Metern komplett erneuert werden. Alle Schichten bis zehn Zentimeter unter der Oberfläche werden ausgetauscht. Auf den restlichen 1100 Tunnelmetern wird nur eine neue Deckschicht aufgetragen.

Das Verkehrsministerium in Kiel hat schon im Vorwege die mangelnde Abstimmung mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion des Bundes kritisiert. Die nehme die Nöte der Autofahrer wegen der teilweise gesperrten Rader Hochbrücke nicht zur Kenntnis, hieß es aus dem Haus von Minister Reinhard Meyer (SPD). Allerdings hat das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) nun den verstärkten Einsatz von Fähren angekündigt. „Für die Dauer der Tunnelvollsperrung werden an der Fährstelle Nobiskrug durchgehend – also auch nachts – zwei Fähren pendeln“, sagt Dieter Schnell, Amtsleiter des WSA Kiel-Holtenau. Dazu wird die Schwebefähre unter der Eisenbahnhochbrücke ab heute häufiger fahren. „Ein bis zwei zusätzliche Überfahrten pro Stunde sind möglich“, so Schnell.

Ob das reichen wird, ist unklar: Während der letzten Vollsperrung des Tunnels im Spätsommer war es südlich des Kanals zu haarsträubenden Zuständen gekommen. Lkw-Fahrer, die plötzlich vor einer Sackgasse standen, wussten weder ein noch aus.

Nach Aufhebung der Sperrung sind die Bauarbeiten am Tunnel noch lange nicht beendet: Die nötigen Markierungsarbeiten sind für das darauf folgende Wochenende geplant. Dafür muss der Tunnel erneut gesperrt werden, allerdings nur über Nacht – und zwar von Sonnabend, 19. Oktober, 21 Uhr, bis Sonntag, 20. Oktober, 5 Uhr.

Das sind die besten Ausweichstrecken
„Die Situation am Kanal ist eine Verkettung allerschlimmster Umstände “, sagt der Sprecher des Landespolizeiamtes, Lothar Gahrmann. Er hofft, dass wegen der Ferien und dem Fahrverbot für die meisten Lastwagen, nicht so viele Fernfahrer im Stau stehen. Lkw sollten über Kiel oder die A23 Richtung Norden den Kanal passieren.  „Autofahrern kann ich eigentlich nicht empfehlen über die Rader Hochbrücke zu fahren“, sagt Gahrmann, die sei ohnehin ein Nadelöhr, weil sie nur jeweils in einer Richtung befahrbar ist. Staus seien programmiert. „Am ehesten kann man noch über die Kanalfähren ausweichen“, sagt Gahrmann, der allerdings auch dort mit Behinderungen rechnet.
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