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Reiterhof-Razzia: Ermittler überprüfen sich selbst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Fall der beschlagnahmten Pferde von Brekendorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde zieht weitere Kreise: Nach einer Demonstration von Tierhaltern in Kiel prüft die Staatsanwaltschaft nun ihre eigenen Ermittlungen. Zudem ist ein weiteres Pferd herausgegeben worden. Da die weitaus meisten Tiere jedoch weiterhin beschlagnahmt sind, kämpft der Reit- und Fahrverein Brekendorf nach eigenen Angaben ums Überleben. Der stellvertretende Vorsitzende Johannes Kahlke trat indes nun doch zurück.

Mit dem jüngst zurückgegebenen Pferd befinden sich nun fünf Tiere wieder bei ihren Besitzern, 55 jedoch noch an einem geheimen Ort. Anfang des Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Kiel insgesamt 60 Pferde vom Vereins-Hof beschlagnahmt (wir berichteten). Der Vorwurf lautet Tierquälerei. Der Verein bestreitet das.

Damals teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass Bürgeranzeigen zu den Beschlagnahmungen geführt haben. Jetzt sprach Oberstaatsanwältin Birgit Heß auf Nachfrage jedoch davon, dass die Anzeige vom Veterinäramt gekommen sei.

Dass die Staatsanwaltschaft nun ihr Vorgehen überprüft, geht auf eine Demonstration von mehreren Dutzend Tierhaltern aus dem gesamten Land vor einer Außenstelle der Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche zurück. Sie warfen der Behörde vor, bei Verdacht auf nicht artgemäße Tierhaltung unverhältnismäßig hart zu reagieren. Das sehen die Brekendorfer Reiter auch so. Unabhängige Untersuchungen an den zurückgegebenen Pferden haben nach Angaben des Vorsitzenden Arno Krause keine Mängel ergeben. Die Beschlagnahmung sei übertrieben und „ein Akt der Willkür“ gewesen.

Die Demonstranten hatten im Gespräch mit Vertretern des Justizministeriums jedoch erreicht, dass die innerbehördliche Dienstaufsicht der Staatsanwaltschaft die Tierschutz-Verfahren nun prüft. Im Fokus steht dabei, ob einzelne Entscheidungen richtig waren. Den Fall Brekendorf betreffe das auch, bestätigte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Weitere Angaben könne sie aber nicht machen. „Die Ermittlungen dauern an.“

Die Vorwürfe der Tierquälerei richten sich gegen Kahlke, dem nun zurückgetretenen Vize-Vorsitzenden des Reitvereins. Ihm sollen viele der beschlagnahmten Pferde gehören. Die Vorwürfe bestreite er jedoch weiterhin. Unterdessen verschärfe sich die Situation des Vereins: Weil auch die Schulpferde seit Monaten fehlten, können keine Reitstunden stattfinden. Zudem fehlen die Einnahmen durch die Einsteller-Pferde. Das könne den Verein in den Ruin treiben.

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