Reihenweise Glätte-Unfälle im Norden

Kräftige Schneeschauer überraschten viele Schleswig-Holsteiner vor allem in der Landesmitte / Auf der A 7 behinderten Lkw an Ausfahrten den Verkehr

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30. Januar 2015, 12:24 Uhr

Das Winterwetter forderte gestern von den Autofahrern viel Geduld. In Schleswig-Holstein sorgten kräftige Schneeschauer für viele Staus und Unfälle. Angesichts von Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Nacht warnen Meteorologen auch für heute Morgen vor sehr glatten Straßen (Infokasten).

Im Kreis Schleswig-Flensburg und Nordfriesland kam es allein am Vormittag zu 20 Glätteunfällen. Es blieb in den meisten Fällen bei Blechschäden. Drei Personen wurden leicht verletzt. In Esgrus rutschte ein Lkw in einen Schulbus. Es gab keine Verletzten. In Westerhever rutsche ein Schulbus in den Graben und blieb auf der Seite liegen. Drei Kinder mussten von der freiwilligen Feuerwehr aus dem Fahrzeug gerettet werden. Ein Kind wurde leicht verletzt, konnte aber nach ambulanter Behandlung vor Ort genauso wie die beiden anderen an die Eltern übergeben werden.

Auch auf der L26 bei Waabs (Kreis Rendsburg-Eckernförde) verunglückte ein Schulbus. Der 56-jährige Busfahrer war mit acht Schülerinnen und Schülern unterwegs, geriet nach rechts von der Fahrbahn und rutsche in den Straßengraben. Eine achtjährige Schülerin verletzte sich leicht am Kopf. Alle anderen blieben unverletzt.

Insgesamt meldete die Polizei 13 Unfälle im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Auf der A  7 nördlich des Nord-Ostsee-Kanals hatten Lastwagen an Abfahrten mit der Glätte zu kämpfen und sorgten so für Behinderungen, sagte eine Polizeisprecherin. „Die 40-Tonner kommen nicht gut runter.“ Zwei Lastwagen rutschten nacheinander an der Anschlussstelle Schleswig-Schuby in den Graben. An der Rader Hochbrücke blieben mehrere Lastwagen liegen. Dahinter staute sich der Verkehr. Eine Ursache: „Gerade unter den Spediteuren aus dem Ausland gibt es einige Fahrzeuge mit falscher Bereifung“, sagte Lothar Gahrmann, Sprecher der Landespolizei. Verschärfend kam hinzu, dass Autofahrer an Gefahrenstellen keine Gasse bildeten. Streufahrzeuge konnten deshalb nicht immer durchkommen, bis die Polizei die Durchfahrt ermöglichte.

Ab Ortseingang Kiel staute sich der Verkehr gestern Vormittag kilometerweit auf die A  210 und die A  215 zurück. Busse stellten sich quer. In Kiel kam es wegen der glatten Straßen wie in vielen anderen Städten zu Verzögerungen im Nahverkehr.

Bereits am Morgen verzeichnete der Deutsche Wetterdienst im Norden zumeist ein bis zwei Zentimeter Neuschnee, an manchen Orten wie Garding in Nordfriesland auch vier Zentimeter. Bis zum Mittag seien örtlich noch einmal etwa fünf Zentimeter hinzugekommen. Die stärksten Schauer habe es zu der Zeit in der Landesmitte von St. Peter-Ording Richtung Kiel gegeben.

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