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Prüfer verhindern Aussaat von Genmais

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erstellt am 03.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Kiel | Das Kieler Landwirtschaftsministerium hat in einer von sieben untersuchten Maispartien geringe Anteile von gentechnisch verändertem Mais gefunden. Trotzdem sind alle zufrieden. Der Bauernverband, weil die belasteten Maispartien so zeitig überprüft wurden, dass das belastete Saatgut erst gar nicht auf die Feld er kam. Die Naturschützer vom BUND sind begeistert, weil die Kontrollen so "prima funktionieren" und das Ministerium, weil die Lieferanten die beanstandete Ware freiwillig vom Markt genommen haben.

"Durch die rechtzeitige Untersuchung ließ sich verhindern, dass Landwirte unbewusst gentechnisch verändertes Saatgut auf die Felder ausbringen", sagte Umweltstaatssekretär Ulf Kämpfer gestern in Kiel. Das war - wie sich der Bauernverband erinnert - nicht immer so. Die Landwirte mussten schon bestellte Äcker umbrechen, weil die Test ergebnisse erst nach der Aussaat kamen.

Das verunreinigte Maissaatgut kam dieses Mal aus Chile. Allerdings war der Gehalt an gentechnisch veränderten Organismen in der Partie minimal. Doch für Saatgut gilt laut EU die Nulltoleranz, das heißt, es dürfen keinerlei Anteile von gentechnisch veränderten Organismen nachgewiesen werden. Saatgutzüchter und Bauern möchten das am liebsten ändern. Weltweit werde gentechnisch veränderter Mais angebaut , erklärt der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter. "Vor diesem Hintergrund ist eine absolute Nulltoleranz gegenüber gentechnisch veränderten Bestandteilen unrealistisch." Zumindest die Festlegung von Schwellenwerten "für das Vorhandensein unbeabsichtigter und unvermeidbarer GVO-Spuren" in Saatgut seien unabdingbar.

Das sieht der BUND ganz anders und will an der Nulltoleranz-Grenze festhalten. Schließlich werbe die Landwirtschaft im Norden damit gentechnikfrei zu sein.

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