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GdP-Umfrage : Polizisten klagen über zu hohe Arbeitsbelastung

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Aus der Onlineredaktion

Vor allem die Schichtarbeit macht den Polizisten in SH zu schaffen: Viele empfinden die unregelmäßigen Arbeitszeiten als Belastung. Angesichts des geplanten Personalabbaus könnte sich das Problem weiter zuspitzen.

Bad Bramstedt | Die Kriminalitätsraten sinken laut Statistik – da müsste es doch entspannter werden für die Polizei. Doch offenbar ist das genaue Gegenteil der Fall, zumindest laut einer Umfrage der GdP unter den Polizisten in SH. Die Ergebnisse der Befragung werden heute in Bad Bramstedt vorgestellt. Sie hat eine immer höher werdende Belastung der Beamten ermittelt.

Problematisch ist laut der Umfrage vor allem die Art der Arbeit: Die Wechselschichten. Wer Nacht-, Spät- und Frühdienste macht, kann außerdem weniger Zeit mit seiner Familie verbringen. Auch die Mitgliedschaft in Vereinen - oder die nette kleine Runde mit Freunden nach Feierabend wird dadurch maßgeblich beeinträchtigt. Immer wieder müssten demnach Beamte feststellen, dass ihr Freundeskreis dank der sozial unverträglichen Wechselschichten massiv geschrumpft ist. Vor allem aber führt der Schichtdienst zu Schlafproblemen und langfristig bei vielen auch zu gesundheitlichen Folgen. Daher fordert die Polizeigewerkschaft GdP, dies bei den Arbeitszeiten zu berücksichtigen: Wer regelmäßig Nachtschichten machen muss, sollte demnach eine kürzere Wochenarbeitszeit leisten müssen und früher aus dem Dienst ausscheiden dürfen.

Doch die Aussicht auf Erfolg der Forderungen dürfte gering sein: Einer der Knackpunkte ist die Personaldecke der Landespolizei. 80 Prozent der Befragten, die im Wechseldienst eingesetzt werden, beklagen die teils offenbar heikle Personalsituation. Die Arbeitsbelastung sei demnach in den letzten Jahren gestiegen, teilweise könnten unter anderem nächtliche Streifenfahrten nicht ausreichend besetzt werden.

Der Krankenstand beträgt bei der Landespolizei sieben Prozent, sagt Torsten Jäger von der GdP. Die dünne Personaldecke führe immer wieder dazu, dass Beamte sich krank zur Arbeit schleppten. Einzelne Beamte sagten aus, dass der Dienstplan zusammen breche, sobald einer krank werde.

45 Prozent der Polizisten beklagen außerdem eine schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Polizistinnen gaben an, dass sie Probleme damit hätten, zu Hause zu bleiben, wenn ihr Kind krank ist. Laut GdP gebe es außerdem keinen angemessenen Personalausgleich für Teilzeitkräfte. Den geplanten Stellenabbau der Landesregierung hält Torsten Jäger daher für „kontraproduktiv“.

Die Landesregierung beabsichtigt einen Personalabbau bei der Landespolizei und will damit 122 von insgesamt 8000 Stellen einsparen. Da die Polizisten als Beamte nicht entlassen werden können, wird der angepeilte Stellenabbau darüber erfolgen, dass weniger Mitarbeiter eingestellt werden als in den Ruhestand gehen. Insgesamt muss SH für die Schuldenbremse zehn Prozent aller 53.000 Landesstellen bis 2020 streichen. Die Polizei betrifft ein Minus von 1,5 Prozent. Ex-Innenminister Breitner nannte dies einen vertretbaren Beitrag der Polizei zur Sanierung des Haushalts. Sein Nachfolger Stefan Studt stellte nach Amtsantritt klar, dass er den Sparkurs fortsetzen wolle.

Breitner hatte für den Stellenabbau drei Bereiche näher ins Visier genommen: Die Wasserschutzpolizei, die Verkehrsüberwachung und der IT-Bereich. Die Kriminal- oder Schutzpolizei steht für den Schrumpfungsprozess nicht zur Debatte. In den Bereichen Einsatz und Ermittlung, also da,  wo die Beamten im Notfall am nächsten am Bürger dran seien, könne nicht gespart werden, so Breitner.

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erstellt am 27.Nov.2014 | 13:52 Uhr

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