zur Navigation springen

„Ignoranz der Landesregierung“ : Piraten fordern Einsatz gegen streunende Katzen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

75.000 verwilderte Katzen streunen durch Schleswig-Holstein. Die Piraten-Abgeordnete Angelika Beer berfüchtet, dass „am Ende vermehrt Katzen abgeschossen werden müssen“.

Verwilderte und herrenlose Katzen werden immer mehr zum Problem: Viele landen in einem der Tierheime, von denen nicht wenige bereits überfüllt sind. Schlimmer noch: Die streunenden Katzen vermehren sich unkontrolliert, fangen nicht nur Mäuse, sondern unter anderem auch bedrohte Singvögel. Auf 75.000 Exemplare schätzen Tierschützer die Zahl verwildeter Katzen landesweit. Zwar zieht die Piraten-Landtagsabgeordnete Angelika Beer vor, die Schwemme durch Aufklärung und Zuschüsse zu Kastrationen anzugehen. Weil sie dem Land dabei jedoch mangelndes Engagement vorwirft, befürchtet die Parlamentarierin, dass „am Ende vermehrt Katzen abgeschossen werden müssen“.

„Umweltminister Robert Habeck ist die Eindämmung frei streunender Katzen offensichtlich egal“, kommentiert Beer die Antwort des Ministeriums auf eine von ihr gestellte Kleine Anfrage. „Peinlicherweise wiederholt Habeck die Ankündigungen, die er bereits vor einem Jahr gemacht hat, ohne dass irgendwas passiert ist. Diese Ignoranz gegenüber allen Bemühungen von Tierschutzverbänden, Tierärzten und Jägern ist inakzeptabel.“

Wie von diesen schon länger gefordert, stellt der grüne Minister erneut ein Faltblatt in Aussicht, das der Vermehrung vorbeugen soll. Ziel ist, Halter von Hauskatzen für Kastrationen zu sensibilisieren, damit sich ihre Tiere beim Auslauf nicht mit verwilderten Katzen paaren. Auch will Habeck weitere Erfahrungen mit einem Projekt in Nordfriesland abwarten. Dort gibt der Kreis pro Kastration 25 Euro dazu. Erst wenn sich so kein Erfolg einstelle, will das Land behördliche Schritte in Erwägung ziehen. Es denkt an eine so genannte Subdelegationsverordnung. Die würde die kommunalen Ordnungsämter zu gezielteren Schritte für eine Begrenzung der Population ermächtigen, darunter auch ein Töten von Tieren. „Dafür will Habeck nicht in der Verantwortung stehen“, interpretiert Beer das Delegieren nach unten.

Der Landesvorsitzende des Tierschutzbundes, Holger Sauerzweig-Strey, würde eine verstärkte Großjagd mit Lebendfallen und anschließender Kastration bei einer finanziellen Unterstützung des Landes bevorzugen. Auch streitet er wie Beer für Landeszuschüsse zur Kastration der Tiere von sozial Schwachen und Landwirten mit „oft vielen Katzen“.

„Auch wir sehen bei dem Thema Handlungsbedarf, selbstverständlich werden wir uns kümmern“, sagt Ministeriumssprecherin Nicola Kabel. Immer wieder würden auch Vögel von wildernden Katzen getötet. Die Verzögerung des Faltblatts mit einer Auflage von wohl 5000 Stück schreibt sie „Kapazitätsgründen“ zu. „In den nächsten Wochen“ solle es vorliegen. Den Kurs, im Extremfall auf die örtlichen Ordnungsbehörden zu setzen, verteidigt sie mit „regional passgenauem Vorgehen“.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen