Pendler müssen umsteigen

Bauarbeiten am Hauptbahnhof: Züge enden in Altona

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07. November 2013, 00:31 Uhr

Diesmal kommen die Unannehmlichkeiten für die Pendler nach Hamburg planmäßig: Weil seit gestern im südlichen Bereich des Hamburger Hauptbahnhofs zahlreiche Weichen erneuert werden, gibt es für die Bahnreisenden bis zum 2. Dezember Einschränkungen. Besonders, wer ab Freitag kommender Woche in Richtung Hauptbahnhof unterwegs ist, muss sich auf Verzögerungen einstellen.

Von den Bauarbeiten sind auch Regionalzüge von und nach Schleswig-Holstein betroffen. Zahlreiche dieser Bahnen nach oder von Itzehoe, Kiel und Flensburg beginnen oder enden an vielen Tagen in Hamburg-Altona statt am Hauptbahnhof. Die Weiterfahrt ist dann mit der S-Bahn möglich. Die Regionalzüge zwischen Hamburg und Lübeck verkehren planmäßig. Die S-Bahn ist von den Behinderungen auf den Schienen nicht betroffen. Zudem enden auch viele Fernzüge aus Richtung Norden in Altona oder Harburg (aus Richtung Süden). Die Züge nach und von Berlin sind durch die Baumaßnahmen nicht betroffen.

Seit drei Jahren wird an der Modernisierung geplant, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. 22 Weichen vor dem Hauptbahnhof werden erneuert: „Normaler Verschleiß nach 25 Jahren“, erklärt der Bahnsprecher. Um auch zukünftig die Zugfrequenzen im vollen Umfang gewährleisten zu können, sei eine ständige Instandhaltung der Gleisanlagen zwingend notwendig. Insgesamt sind 22 Millionen Euro für die Erneuerung in mehreren Etappen vorgesehen; gegenwärtig werden 5,6 Millionen Euro verbaut.

„Wie bei der Märklin-Eisenbahn“ – erläuterten Bahn-Experten gestern vor Ort die Renovierung. Die Schienen werden per Schneidbrenner durchtrennt, samt Holzschwellen entfernt, damit die neuen Weichen auf Betonsockeln eingesetzt werden können. Die halten dann 30 Jahre. Das Problem: Während der Bauzeit gibt es erhebliche Einschränkungen für die Bahnreisenden, denn schon jetzt sind alle Gleise nahezu voll ausgelastet. Müssen einige Gleise gesperrt werden, fallen zwangsläufig Züge aus.

Allerdings beginnen die großen Beeinträchtigungen erst am Freitag kommender Woche. Zahlreiche Züge des Fernverkehrs und des Metronom können ab 15. November an verschiedenen Tagen den Hauptbahnhof nicht anfahren und werden über die Güterbahn umgeleitet.

Damit die Verzögerungen nicht zu groß werden, haben Pendler und Reisende mit Ziel Hauptbahnhof zwischen dem 15. und 24. November die Möglichkeit, neben S-Bahnen auch die verbleibenden Fernzüge ab Harburg zu nutzen. Das S-Bahn-Angebot soll in beide Richtungen verstärkt werden.

Wer ab 15. November mit der Bahn nach oder von Hamburg unterwegs ist, sollte sich vorab über die jeweils aktuellen Änderungen informieren. „Die Fahrpläne stehen und sind mit allen Beteiligten abgestimmt“, sagt Egbert Meyer-Lovis. Auch deshalb sei die dreijährige Vorbereitungszeit notwendig gewesen, denn die Auswirkungen würden sich in den Fahrplänen bis hin nach München bemerkbar machen.

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