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Kontroverse um Blitzermarathon : Peinliches Klappern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aufschrei auf den letzten Drücker - die Gewerkschaft der Polizei äußert Kritik am Blitzmarathon. Doch die Kontroverse kommt reichlich spät und wirkt somit erzwungen. Ein Kommentar von Eckard Gehm.

Kiel | Wieder eine zusätzliche Belastung. Mit diesen Worten hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) gestern eine Kontroverse um den Blitzermarathon ausgelöst, der heute beginnt. Die Erkenntnis kommt reichlich spät, möchte man meinen. Seit Mai war bekannt, dass die Innenminister von Bund und Ländern einen länderübergreifender 24-Stunden-Blitzermarathon verabredet haben.

Warum die Kritik am Tag vor dem großen Einsatz geäußert wird, lässt die Gewerkschaft unbeantwortet. Es wäre Zeit genug gewesen, sich zu Wort zu melden, die personalintensive Operation sachlich zu hinterfragen. Und wären die Argumente der GdP überzeugend gewesen, hätte sich der Innenminister möglicherweise dafür entschieden, aus der Verabredung auszusteigen.

Doch der GdP geht es offensichtlich darum, die größtmögliche Aufmerksamkeit zu generieren und Stimmung in den Reihen der Polizei zu machen. Das ist leicht zu durchschauen, dafür spricht allein der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Und natürlich auch die Stoßrichtung des Angriffs, die auf die Politik von Innenminister Andreas Breitner (SPD) zielt, die Stelleneinsparungen vorsieht.

Der Blitzermarathon ginge angesichts der gestiegenen Arbeitsbelastung auf die Knochen der Kollegen und sei ein PR-Gag, der bei den Beamten gar nicht gut ankomme, erklärte GdP-Landesvize Manfred Börner und mahnte: „Wer Personal abbaut, muss nicht auch noch zusätzliche Aufgaben suchen.“

Tatsächlich wird der Personalabbau aber erst 2018 beginnen und das Landespolizeiamt hat versichert, dass die eingesetzten Kräfte an anderer Stelle nicht fehlen. Außerdem geht es um eine gute Sache, die Verkehrssicherheit. Was den Kampf um gute Arbeitsbedingungen für Polizisten angeht, also das Kerngeschäft, hat sich die Gewerkschaft mit ihren Äußerungen keinen guten Dienst erwiesen, denn sie laufen gerade wegen ihrer Durchschaubarkeit ins Leere. Jeder weiß, dass die personelle Lage bei der Polizei angespannt ist, lautes Klappern in letzter Sekunde wirkt da einfach nur peinlich.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 07:31 Uhr

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