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Schul-Tüv : Opposition in SH setzt auf Freiheit für Schulen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Oppositionsfraktionen CDU und FDP legen Alternativen zu den Schulreform-Plänen der Koalition vor. Das neue Schulgesetz soll Ende des Monats beschlossen werden. Ein breiter Konsens ist nicht in Sicht.

Kiel | Endspurt zum neuen Schulgesetz für Schleswig-Holstein: Einen Tag vor der Schlussberatung des Regierungsentwurfs im Bildungsausschuss präsentierten Koalition und Opposition gestern in Kiel ihre Änderungsvorschläge. Eine Mehrheit dafür zeichnet sich nicht ab.

CDU und FDP pochten dabei auf mehr Autonomie für die Schulen. Pädagogische Entscheidungen über die Unterrichtsgestaltung gehörten in die Kompetenz der Schulen, sagte Heike Franzen (CDU). Wie die FDP will auch die Union den Gymnasien die Möglichkeit zurückgeben, über die Dauer des Weges zum Abitur selbst zu entscheiden.

Die Koalitionsfraktionen SPD, Grüne und SSW bekräftigten ihre Position, das Abitur an Gymnasien nach acht Jahren, an Gemeinschaftsschulen nach neun Jahren Standard sein soll. Bestandsschutz erhalten danach die elf Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang und die vier Gymnasien, die G8 und G9 parallel anbieten.

Zu den zentralen Neuerungen im Schulgesetz der Koalition gehört daneben, dass es nach der Grundschule nur noch Gemeinschaftsschulen und Gymnasien geben wird. Die landesweit 42 Regionalschulen werden zum 1. August in Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Die Union fordert hier längere Übergangsfristen. 12 Regionalschulen werden geschlossen, weil sie weniger als 240 Schüler haben, fünf Regionalschulen sind gefährdet. Abschlussbezogene Klassenverbände werden abgeschafft.

CDU und FDP pochen darauf, den Gemeinschaftsschulen freizustellen, ob der Unterricht in „binnendifferenzierter“ Form stattfindet. Damit werde ein Kontrapunkt zur Bildungspolitik der Koalition gesetzt, „deren Stoßrichtung von einer Bevormundung der Schulen geprägt“ sei, sagte die FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn. Die Liberalen wollen neue Oberstufen an Gemeinschaftsschulen zudem nur dort zulassen, wo ein „öffentliches Bedürfnis besteht“.

Die CDU fordert daneben einen Schul-Tüv, der die Qualität der Bildung intern und extern evaluieren soll. Mehr Mitsprache sollen Schulen bei der Einstellung von Lehrkräften, bei der Lehrerfortbildung und der Vergabe von Ausgleichs- und Ermäßigungsstunden erhalten. Wie die Liberalen befürwortet die Union zudem eine Flexibilisierung des Einschulungsalters. Derzeit ist die Einschulung mit dem Erreichen des sechsten Lebensjahren Pflicht. Diese Regelung – getroffen in der großen Koalition 2007 – sei ein Fehler gewesen, sagte Franzen.

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erstellt am 09.01.2014 | 06:45 Uhr

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