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Olympisches Segeln: Kiel und Lübeck geben sich sportlich

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wer wird Ausrichter? Beide Städte sichern sich gegenseitig einen fairen Wettbewerb zu

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 12:38 Uhr

Es ist noch kein Jahr her, da habe sich die Bayern bei Volksentscheiden rund um München mit überwältigender Mehrheit gegen Olympische Winterspiele 2022 ausgesprochen: aus Angst vor hohen Kosten und Schäden für die Natur. Vor allem aber, weil sie nicht mit dem umstrittenen Olympischen Komitee (IOC) gemeinsame Sache machen wollten. Doch davon unbeeindruckt werden im Norden eifrig Pläne für Olympische Sommerspiele geschmiedet.

Gestern ging es in Kiel um die Bewerbung Hamburgs für die Spiele 2024 und die Frage, wen die Hanseaten als Partner mitnehmen. Heiß darauf als Austragungsort für die Segelwettbewerbe dabei zu sein, sind sowohl Kiel als auch Lübeck. Beide versicherten, in einen fairen Wettbewerb um die Ausrichtung der Segelwettbewerbe zu treten. Kiels Bürgermeister Peter Todeskino betonte, „als Olympiastadt von 1936 und 1972 war es selbstverständlich, erneut den Hut in den Ring zu werfen“. Lübecks Bürgermeister Saxe sagte: „Ja, wir sind Wettbewerber, aber wir wollen diesen Wettbewerb sportlich und fair austragen.“ Für die Sommerspiele müsse ein „Konzept der ökologischen und finanziellen Vernunft“ aufgelegt werden.

„Weder Kiel noch Lübeck brauchen den Vergleich zu Rostock-Warnemünde zu scheuen“, sagte Schleswig-Holsteins Sportminister Andreas Breitner (SPD). Der Hafen an der Mecklenburgischen Küste gilt als Favorit, sofern Berlin die Spiele an Land zieht. Doch noch macht sich auch Hamburg Hoffnung – und ist auf Partnersuche. „Wir haben sehr viele positive Signale in Richtung Schleswig-Holstein gehört“, sagte Sportminister Andreas Breitner (SPD). Sein Hamburger Ressortkollege Michael Neumann betonte, olympische Sommerspiele böten eine Riesenchance für Norddeutschland. Hamburg sei auf Kooperationspartner im Norden angewiesen. „Die Segelwettbewerbe werden an der See stattfinden.“ Neumann bezeichnete Schleswig-Holstein auch als guten Standort für Handball.

Fraglich ist jedoch, ob bei dem Spitzentreffen in Kiel nicht über ungelegt Eier diskutiert wurde und ob die Spiele-Befürworter wirklich die Bevölkerung hinter sich haben. In einer Ende Juli veröffentlichten Umfrage unter Hamburger Bürgern fanden mehr als 70 Prozent, die Ausrichtung sei zu teuer und die Stadt solle lieber in andere Projekte investieren. Genauso wie in Berlin hat auch die Elbmetropole in jüngster Zeit vor allem mit Bau- und Finanzdesastern von sich Reden gemacht. Was den Berlinern der Flughafen, ist den Hamburgern die Elbphilharmonie. Zudem steckt vielen Hamburgern noch das Desaster von 2012 in den Knochen. Damals scheiterten die Hansestadt schon in der nationalen Vorauswahl gegen Leipzig.

Bis Ende August sollen Hamburg und Berlin jetzt einen 13-Fragen-Katalog des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beantworten. Der beschließt dann bis Dezember, ob er jemanden für 2024 ins Rennen schickt – dem Jahr in dem der DFB schon die Fußballeuropameisterschaft in Deutschland austragen möchte. Bewerbungsende beim IOC ist im Herbst 2015, die Wahl des Ausrichters zwei Jahre später. Der DOSB, nicht das IOC trifft die Entscheidung darüber, an welchem Ort die Segelwettbewerbe stattfinden. Bei den Olympischen Spielen 1936 (Berlin) und 1972 (München) war in Kiel gesegelt worden. Das Kieler Olympia-Zentrum im Stadtteil Schilksee ist Bundesstützpunkt des Deutschen Segler-Verbandes. Hier trainieren die olympischen Bootsklassen.


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