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Nun ist den Wehren gar nicht nach Feiern zumute

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erstellt am 24.Mai.2013 | 01:14 Uhr

kiel | Ralf Thomsen, Kreiswehrführer in Ostholstein, hat in ein Wespennest gestochen: Sein Appell an die freiwilligen Feuerwehren, sich beim Feiern zu mäßigen, erhitzt die Gemüter in den eigenen Reihen. So sehr, dass sich der Landesfeuerwehrverband gestern genötigt sah, per Pressemitteilung klarzustellen: "Feuerwehren sind keine Feierwehren."

Thomsen hat manchmal den gegenteiligen Eindruck. Zwar seien es Einzelfälle. Aber er kenne Wehren mit fünf Grill- und Sommerfesten in drei Monaten und meint: "Das ist zuviel". Eine andere Beobachtung: "Wenn ich hinter einem Feuerwehrfahrzeug eine komplette Bar stehen sehe, dann weiß ich: Da stimmt etwas nicht." Weitere Tabus scheut sich der Ostholsteiner nicht zu benennen: Im Sog von Feuerwehrfesten seien bereits "Familien auseinandergebrochen, weil der eine da mit der anderen was hatte". Es komme im Anschluss an Feste auch mal zu Schlägereien. Und die Nachbarn eines Feuerwehrhauses seien vor das Verwaltungsgericht gezogen, weil sie sich durch Feier-Lärm belästigt fühlten. Eine Triebfeder für Feste seien finanzielle Motive, weiß Thomsen. "Den Erlös aus dem Bier- und Bratwurstverkauf können die Wehren gut gebrauchen, auch, weil sie von den Gemeinden wenig Geld bekommen". Geselligkeit gehöre dazu, betont Thomsen - "aber sie darf nicht überhand nehmen." Er ruft nach einer stärkeren Konzentration auf die Kernaufgaben.

Widerspruch kommt von Mathias Schütte, Kreiswehrführer von Rendsburg-Eckernförde: "So lange man Freiwillige findet, ist das in Ordnung. Wir gehören schließlich zur Gemeinde, sind nicht irgendein Verein." Die Äußerungen übers Feiern "sind an der Basis überhaupt nicht gut angekommen, viele Kameraden fühlen sich diffamiert", berichtet Schütte. Für "absolut kontraproduktiv" hält der Sprecher des Landesfeuerwehrverbands, Holger Bauer, die Diskussion über Feuer- als Feierwehren. "Das Problem haben wir seit 20 Jahren hinter uns." Vor Ärger über die Anmerkung aus Ostholstein habe beim Verband das Telefon nicht stillgestanden. Bauer unterstreicht: Geselligkeit sei für ein gutes Klima unabdingbar. "Selbstverständlich sollten diese Treffen im Rahmen bleiben - und das tun sie in der Regel. Wie in allen Gemeinschaften können auch wir "schwarze Schafe" jedoch nicht gänzlich ausschließen. Speziell an diese wenigen hat sich der Aufruf gerichtet."

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