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Nordkirche: Schwule und Lesben dürfen ins Pfarrhaus

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Schleswig-Holstein können künftig gleichgeschlechtliche Paare im Pfarrhaus leben. Die in Travemünde versammelten Mitglieder der Landessynode der Nordkirche beschlossen gestern in erster Lesung ein Kirchengesetz, dass das Pfarrerdienstrecht der Evangelischen Kirche in Deutschland ergänzt. Die zweite, abschließende Lesung soll heute stattfinden. „Wichtig ist, dass definiert wird, was das Zusammenleben im Pfarrhaus ausmacht“, sagte Propst Karl-Heinrich Melzer, der auch Mitglied der Kirchenleitung der Nordkirche ist. „Dazu zählen Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung.“ Mit dem Gesetz würden gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus einer rechtlichen Grauzone geholt.

Der Vorsitzende der Theologischen Kammer der Nordkirche, Propst Horst Gorski, verwies darauf, dass „gleichgeschlechtliche Partnerschaften im heutigen Sinne“ der Bibel unbekannt seien. „Die Verurteilungen homosexueller Handlungen im Alten Testament beziehen sich auf heidnisch-kultische Bräuche, insbesondere die heidnisch-kultische Prostitution der Antike.“ Landesbischof Gerhard Ulrich sprach von einem Fortschritt, der in der Praxis der Gemeinden vor Ort meist „überhaupt kein Problem“ darstelle. Kritiker der Neuregelung meldeten sich in der Synode nicht zu Wort. Voraussichtlich im kommenden Jahr will das Kirchenparlament auch eine Neuregelung der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare beschließen – sie ist bislang im ehemaligen Nordelbien, nicht aber in Mecklenburg-Vorpommern möglich.



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erstellt am 28.Feb.2014 | 12:35 Uhr

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