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Nordkirche: Kontroverse um millionenschwerer Kirchenamts-Sanierung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Es regnet durchs Dach. Und durch die Fenster zieht es wie Hechtsuppe. Was wie die Beschreibung einer Bauruine klingt, ist der aktuelle Zustand des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland in Kiel. „Nicht hinnehmbar“, schilderte der Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, die Situation vor der in Travemünde tagenden Landessynode. Doch um die weitere Zukunft des Gebäudes gab es gestern heftigen Streit. Denn die Kirchenleitung der Nordkirche entschied sich, 13 Millionen Euro für eine Sanierung, einen Anbau und eine Aufstockung des Gebäudes im Haushalt vorzusehen. Viele Synodale aber fühlten sich von dem Bauprojekt überfahren. Im Plenum der Synode wurde das Projekt gestern zum ersten Mal diskutiert – unmittelbar, bevor der Haushalt verabschiedet werden sollte. „Das ist kein freundlicher, sensibler Umgang mit der Synode“, sagte der mecklenburgische Landessynodale Christoph de Boer. Dagegen argumentierte der Präsident des Kirchenamts, Peter Unruh, dass die Sanierungspläne zeigten, dass „für einen kirchlichen Bau die Kategorie Tebartz-van-Elst nicht zwingend“ sei. Die Pläne für den Anbau verteidigte er damit, dass derzeit 30 Prozent der Mitarbeiter an anderen Standorten in Kiel untergebracht seien. So könne man künftig unter einem Dach arbeiten. Abschließend soll der Kirchenhaushalt heute beschlossen werden.

Zuvor hatte die Nordkirche eine unabhängige Ansprechstelle bei Fragen sexualisierter Gewalt und Grenzverletzungen eingerichtet. Sie wird vom Verein „Wendepunkt e.V.“ in Elmshorn betrieben und soll Menschen zur Verfügung stehen, die in einer Einrichtung der Nordkirche mit sexualisierter Gewalt in Berührung gekommen sind. Anlass war der Untersuchungsbericht über die Ahrensburger Missbrauchsfälle.

> Die Ansprechstelle am Telefon: 0800-0220099


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