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Dithmarschen : Norddeutsche Fischer gründen Notgemeinschaft

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Die Krabbenfischer aus Dithmarschen wehren sich gegen Einschränkungen. "Grün, Blau und Rot sind des Fischers Tod" steht auf ihrer Fahne.

Friedrichskoog | Er ist für seine klaren Worte bekannt. Immer wenn die Westküsten-Fischer ein Problem haben oder ihnen Unheil von der Politik droht, mischt sich Dieter Voß (69) ein. Diesmal wollte er sich eigentlich nur zur geplanten Einschränkung der Krabbenfischerei im Nationalpark Wattenmeer äußern, doch dann greift der Vorsitzende des Fischervereins Friedrichskoog (Dithmarschen) plötzlich nach einer blau-weiß-roten Flagge und befestigt sie an der Wand seines Netzschuppens.

"Grün, Blau und Rot sind des Fischers Tod" steht in großen Lettern auf der Fahne. Darunter ein Kutter-Motiv, umgeben von einem Rettungsring. Verantwortlich zeichnet die Fischerei liche Notgemeinschaft, ein loser Zusammenschluss von norddeutschen Fischerei betrieben. Voß: "Nicht nur wir Krabbenfischer stehen unter Druck, überall in der Fischerei haben wir mit politischen Forderungen zu tun."

Und dagegen wollen jetzt die Fischer aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam kämpfen. Wie der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes, Lorenz Marckwardt aus Eckern förde, auf der Mitglieder versammlung informierte, soll die Notgemeinschaft die Aktivitäten zum Widerstand gegen "über zogene grüne Naturschutzpolitik" koordinieren.

"Wir wollen Stärke zeigen und fordern von der Politik, dass sie hinter der Fischerei steht", betont Voß, der es grundsätzlich für falsch hält, dass Schleswig-Holsteins Umwelt minister Robert Habeck (Grüne) auch für die Ressorts Landwirtschaft und Fischerei verantwortlich ist. "Das passt nicht zusammen", meint der Fischer und fügt hinzu: "Ich würde mir wünschen, dass er nur als Fischereiminister kommt und sich auch um unsere Belange kümmert, mal nachfragt, welche Probleme wir haben. Zum Beispiel die Überalterung der Flotte."

Habecks Angebot, den Fischern beim angestrebten MSC-Siegel für umwelt bewussten und nachhaltigen Fang zu helfen, wenn sie dafür weitere Einschränkungen in der Wattenmeer-Fischerei hinnehmen, lehnt Voß jedenfalls ab.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 01:14 Uhr

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