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Neues Gesetz: Uni-Präsident legt nach

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 12:28 Uhr

Auch am Tag danach ist die Stimmung an der Kieler Uni am Boden. Die Entscheidung des Ministeriums, künftig Sekundarstufen-Lehrer für naturwissenschaftliche Fächer auch in Flensburg auszubilden, sorgt an der Landesuni für „Enttäuschung, Verwunderung und Verwirrung“. Rund sechs bis sieben Millionen Euro seien pro Jahr zusätzlich notwendig , um dort Physik-, Mathematik- und Biologie-Studiengänge auf Minimalniveau anzubieten. „Dabei handelt es sich nur um Personalkosten, nicht um die notwendigen Labore, die noch gebaut werden müssen“, erklärt Kiels Uni-Präsident Gerhard Fouquet (Foto). „Spätestens bei der nächsten Haushaltskrise wird dann die Lehrerbildung in Kiel komplett weggespart“, prophezeit er. Bildungsministerin Waltraud Wende starre „einäugig auf die Lehrerbildung“ und füge der Kieler Uni damit einen Kollateralschaden zu. Dabei ist nach Ansicht von Vizepräsident Frank Kempken die Einbettung der Lehrerausbildung in die Fachwissenschaft der große Vorteil in Kiel. „Wird hier ein Biologiestudent in die Gentechnik eingeführt, erhält er Unterricht bei einem Fachwissenschaftler im Labor und keine Literaturübersicht eines Biologiedidaktikers“.

FDP und CDU fordern Wende auf, den Gesetzentwurf zurückzuziehen. Es sei nie von 13 Fächern die Rede gewesen, die man in Flensburg auf Gymnasialniveau studieren könne, immer nur von sieben. Die Flensburger Uni stellte gestern nur klar, sie habe am Gesetzentwurf „nicht mitgeschrieben“ und genauso wie Kiel erst am Donnerstag von der Kehrtwende erfahren.

Bildungsexperten sind skeptisch, was die Neuregelung betrifft und erinnern daran, dass Flensburg zuletzt große Probleme bei der Akkreditierung seiner Bildungsgänge hatte. Auch eine Studentenflucht wie bei der Verlegung der Realschullehrerausbildung nach Flensburg wird nicht ausgeschlossen. Damals wanderten Hunderte Studenten in andere Bundesländer ab.

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